Artikel vom 08.12.2009 0
Ryanair-Großauftrag weiter ungewiss Bisher keine Einigung mit Boeing
© dpa
Michael O'Leary
Die angekündigte Flugzeug-Großbestellung von Ryanair bleibt weiter ungewiss. Da die Entscheidung bis zum Jahresende erfolgen soll und sich der Flugzeughersteller bisher offenbar nicht auf die Forderungen von Ryanair eingelassen hat, versucht die irische Billigfluggesellschaft nun erneut, den Druck auf Boeing zu erhöhen und droht, den Auftrag platzen zu lassen.
"Wir hatten uns bereits auf einen Preis geeinigt, doch jetzt wollen sie die Lieferbedingungen wieder ändern", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Dienstag in Brüssel. "Sollten sie ihren Standpunkt in den nächsten Wochen nicht ändern, platzt der Deal."
Welchem Hersteller er sich dann zuwenden wolle, ließ O'Leary jedoch weiterhin offen. Der europäische Flugzeugbauer Airbus ließ den Billigflieger bereits im Februar abblitzen, da er sich nicht in eine Rabattschlacht mit Boeing hineinziehen lassen wolle. Im Airbus-Hauptquartier in Toulouse hieß es damals, man sei zu dem vorgeschlagenen Preis an einem Geschäft nicht interessiert.
Bislang besteht die Flotte des Billigfliegers ausschließlich aus Boeing-Maschinen. Derzeit stehen 202 Boeing 737-800 im Dienst von Ryanair. Die 200 neuen Flieger, um die es bei den Verhandlungen geht, sollten in den Jahren 2013 bis 2016 ausgeliefert werden. Mit der einheitlichen Flotte aus nur einem Flugzeugtyp spart Ryanair Wartungs- und Ausbildungskosten und kann die Maschinen flexibler einsetzen.
Falls O’Leary seine Drohung wahr macht und auf die Großbestellung bis zum Jahresende verzichtet, dürfte dies zum Teil auch daran liegen, dass der Carrier für die Wintermonate mit sinkenden Ticketpreisen und sogar Verlusten rechnet. Anfang November hatte Ryanair erwägt, ihre schnelle Expansion zu bremsen.
Stand: 08.12.2009 - 6:41 PM Uhr
Quelle: dpa-AFX, airliners.de
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