Artikel vom 19.06.2009 0

Airbus sammelt 127 Aufträge in Le Bourget Weitere Bestellungen aus Indien und der Türkei

Am inoffiziell letzten Messetag hat Turkish Airlines heute in Le Bourget weitere sieben Airbus A330 bestellt, hinzu kamen bis zu 20 A321 für ie indischen Paramount Airways. Insgesamt verkündeten die Europäer damit trotz wirtschaftlichem Schlechtwetter in Paris Aufträge und Kaufabsichtserklärungen für insgesamt 127 Flugzeuge - stolze 125 Einheiten mehr als Boeing.

Airbus A380 in Le Bourget 2009. - © © Airbus -

Airbus A380 in Le Bourget 2009.

Le Bourget hat für Airbus einen relativ versöhnlichen Verlauf gefunden. Insgesamt sammelten die Europäer Aufträge und Kaufabsichtserklärungen im Wert von 12,9 Milliarden Dollar (rund 9,3 Mrd Euro) ein, wie das Unternehmen am Freitag in Paris mitteilte. Die 127 Abschlüsse gliedern sich in Festbestellungen für 58 Flugzeuge im Wert von 6,4 Milliarden Dollar sowie Kaufabsichtserklärungen für 69 Maschinen im Wert von 6,5 Milliarden Dollar.

Damit ist Airbus zwar weit von den Bestellrekorden der vergangenen Messe im Jahr 2007 entfernt, als gut 400 feste Aufträge und etwa 280 Kaufverpflichtungen an Land gezogen worden waren. Die Erwartungen vor dem Start der Schau waren angesichts der Wirtschaftskrise jedoch düster gewesen, was sich in diesem Jahr zeitweise sogar im Wetter widerzuspiegeln schien.

Turkish Airlines baut A330-Flotte aus, Paramount Airways setzt auf A321

Am heutigen fünften und inoffiziell letztem Fachbesuchertag unterschrieb Turkish Airlines eine Absichtserklärung über den Erwerb von sieben weiteren Airbus A330. Enthalten sind zwei Maschinen des Typs A330-200 mit erhöhtem Abfluggewicht sowie fünf A330-300. Die Lieferungen sollen bereits zum August 2010 anlaufen. Während der A330-200 zum Ausbau der Langstrecken genutzt wird, kommt der A330-300 auf nachfragestarken Routen im Mittelstreckenbereich zum Einsatz.

Auch die indische Paramount Airways unterzeichnete am Freitag eine Absichtserklärung. Die in Chennai beheimatete Airline will zehn Airbus A321 mit der Option auf zehn weitere Maschinen erwerben. Mit ihnen will die Airline erstmals internationale Verbindungen ab Südindien aufnehmen. Nach indischem Recht müssen sich alle Airlines zunächst fünf Jahre im Inland bewähren, bevor sie eine Lizenz für grenzüberschreitende Flüge erhalten. Derzeit setzt sich die Flotte der Paramount Airways aus Mustern E-170/175 des brasilianischen Herstellers Embraer zusammen.

Die größten Airbus- Aufträge kamen dieses Jahr Asien und dem Nahen Osten. Allein die malaysische Air Asia X bestellte zehn Langstreckenmaschinen vom neuen Typ A350-900. Vietnam Airlines erteilte eine Order über 16 Airbus A321, Qatar Airways bestellte 24 Flugzeuge der A320-Familie. Kaufabsichtserklärungen (Memoranda of Understanding) nahm Airbus unter anderem von der ungarischen Billigfluggesellschaft Wizz Air entgegen, die weitere 50 Maschinen vom Typ A320 erwerben will. Insgesamt schnitt Airbus viel besser ab als der US-Konkurrent Boeing, der auf der Messe nur eine Bestellung über zwei 737-800 vermelden konnte. Boeing bündelt allerdings auch traditionell Kaufabschlüsse weniger stark auf Messen.

Wegen der Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Situation vieler Airlines hatten Airbus und auch Boeing allerdings in den ersten fünf Monaten dieses Jahr kaum Bestellungen hereingeholt. Dank der vergangenen Boomjahre ist ihre Produktion bei beiden Herstellern dennoch auf ein halbes Jahrzehnt ausgebucht und für 2010 und 2011 sogar noch überbucht. Die weltgrößte Luftfahrtmesse Le Bourget endet am Sonntag. Seit heute und am Wochenende ist die Schau für alle interessierten Besucher geöffnet.

Stand: 19.06.2009 - 6:14 PM Uhr

Quelle: airliners.de mit dpa, AFP

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