Artikel vom 09.11.2011 0
DGB gegen Liberalisierung auf dem Vorfeld Dienstleister-Vereinigung reagiert empört
© airteamimages.com /SilverWingPix
Bodenabfertigung einer Boeing 737-500
Die hessische Landesregierung und der DGB haben sich erneut gegen die von der EU geplante Liberalisierung auf den Vorfeldern europäischer Flughäfen ausgesprochen. Die vorgelegte Novellierung der Bodenverkehrsdienste sei «überflüssig», hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung.
Die Landesregierung sei zwar für mehr Wettbewerb, aber auf dem sicherheitskritischen Flughafenvorfeld habe die Steigerung der Sicherheit und der Qualität der Abfertigung oberste Priorität. «Optimierung ja, aber die Gefahrenabwehr und die Sicherheit der Passagiere sind für uns nicht verhandelbar», sagte die hessische Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, Nicola Beer.
Ungewohnte Rückendeckung erhält die Landesregierung vom DGB. «Wir sprechen uns klar gegen Lohndumping unter dem Deckmantel der Liberalisierung aus und werden den Kampf gegen die angekündigten Vorschläge der Kommission weiterführen», sagte Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte bereits im Oktober mit Streiks des Bodenpersonals an den deutschen Flughäfen gedroht, um die Liberalisierungspläne abzuwenden.
Dienstleister-Vereinigung reagiert mpört
Mit Verwunderung reagiert derweil die Vereinigung der Dienstleister an Deutschen Flughäfen (VDF). Es sei unverständlich, warum die von der Kommission geplanten Anpassungen von Gewerkschaften und in der Öffentlichkeit zum "Schreckgespenst und Bedrohung für die Luftfahrtindustrie im Allgemeinen und die Fluggäste im Besonderen erkoren" werde.
Der stellvertretende Vorsitzende des VDF Dieter Krah sagte in einer Stellungnahme, die an den Flughäfen tätigen Dienstleistungsgesellschaften hätten mit ihren Kunden "Qualitätsvereinbarungen getroffen, die höchste Anforderungen an Arbeitsausführung, Zuverlässigkeit und Personalqualifikation abverlangen".
"Wir schaffen Jobs durch Innovation und Tatkraft", so Krah. Viele Dienstleister hätten Tarifverträge mit Gewerkschaften verhandelt. Auch andere Entlohnungsmodelle der Branche könnten "in ihrer Gesamtheit nicht als Billiglöhne abgestempelt" werden.
Die bundesweit rund 20.000 Beschäftigten bei der Bodenabfertigung auf Flughäfen befürchten durch den EU-Vorstoß eine zusätzliche Wettbewerbsverschärfung und sinkende Löhne. EU-Kommissar Siim Kallas pocht auf mehr Wettbewerb für die Dienstleistungen auf Flughäfen mit mehr als 5 Millionen Fluggästen oder 100.000 Tonnen Fracht pro Jahr. Dagegen wehren sich vor allem die Flughäfen.
Stand: 09.11.2011 - 5:31 PM Uhr
Quelle: airliners.de mit dapd
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