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Artikel vom 07.01.2010

Presse: JAL steht vor gigantischem Verlust Gläubigerbanken wollen Insolvenz abwenden

Wirtschaftsanalysten haben der angeschlagenen JAL Japan Airlines einen Verlust von umgerechnet 9,3 Milliarden Euro prognostiziert. Private Gläubigerbanken wollen JAL trotzdem vor einer Insolvenz bewahren und haben einen außergerichtlichen Restrukturierungsplan erarbeitet.

© AirTeamImages JAL Boeing 777-200 - © © AirTeamImages - JAL Boeing 777-200

Die angeschlagene japanische Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) dürfte einem Pressebericht zufolge in dem im März zu Ende gehenden Geschäftsjahr einen gigantischen Verlust erleiden. Unter dem Strich dürfte JAL ein Minus von 1,23 Billionen Yen (rund 9,3 Milliarden Euro) einfliegen, berichtet die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Donnerstag.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben keine Zahlen veröffentlicht. An der Tokioter Börse brach die Aktie der hochverschuldeten Gesellschaft um 9,5 Prozent auf 76 Yen ein. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Titel mehr als zwei Drittel ihres Werts eingebüßt.

Gläubigerbanken wollen Insolvenz abwenden

Drei private Gläubigerbanken wollen die angeschlagene japanische Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) laut Medienberichten vor einer Insolvenz bewahren. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, haben die Mizuho Corporate Bank, die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ und die Sumitomo Mitsui Banking Corp einen eigenen außergerichtlichen Restrukturierungsplan für die ehemalige Staats-Airline ausgearbeitet. Demnach sollen die Aktionäre durch eine Kapitalreduzierung zur Verantwortung gezogen werden, hieß es.

Zudem planten die Banken, JAL weitere finanzielle Unterstützung über mehr als 300 Milliarden Yen (2,3 Mrd Euro) unter anderem in Form von Schuldenerlässen zukommen zu lassen. Der Vorschlag sei bereits dem Transportministerium und der staatlichen Sanierungsgesellschaft Enterprise Turnaround Initiative Corp. of Japan (ETIC) unterbreitet worden. Die ETIC erwäge derzeit ein Restrukturierungsmodell, das die Beantragung von Gläubigerschutz durch JAL vorsehe. Die drei Gläubigerbanken lehnten aber die Option einer Insolvenz ab, hieß es.

JAL ist die nach Umsatz die größte Fluglinie Asiens und fliegt schon seit langem in schweren Turbulenzen - in vier der vergangenen fünf Geschäftsjahre gab es Verluste. Der einstigen japanische Staats-Airline droht zudem eine Insolvenz, wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch berichtet hatte.

Naoto Kan, Japans neuer Finanzminister, sagte am Donnerstag, er erwarte, dass die Sanierungsgesellschaft die JAL unterstütze. Der japanische Staat hat die Fluggesellschaft bereits mit umgerechnet mehreren hundert Millionen Euro gestützt. Am Sonntag hatte die staatseigene japanische Entwicklungsbank ihre Kreditlinie auf 200 Milliarden Yen (1,5 Mrd Euro) verdoppelt.

Stand: 07.01.2010 - 6:01 PM Uhr

Quelle: dpa-AFX, dpa, airliners.de

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