Artikel vom 30.09.2009 0

Neues Germania-Führungsduo will Einzelplatzverkauf stärken Ethnischer Verkehr weiterhin im Fokus

Mit Axel Trampnau und John Kohlsaat fliegt Germania ab sofort unter einer  Doppelspitze. Das neue Führungsduo setzt auf Kontinuität, will aber auch verstärkt den Einzelplatzverkauf forcieren.

Axel Trampnau (li) und John Kohlsaat übernehmen die Germania-Führung von Edda Gauch. - © © airliners.de -

Axel Trampnau (li) und John Kohlsaat übernehmen die Germania-Führung von Edda Gauch.

Germania hat eine neue Geschäftsleitung: Neuer Chief Executive Manager ist Axel Trampnau, zuvor Chief Operations Officer bei der Regionalairline OLT. Für die Position des Chief Commercial Officer konnte die Airline mit John Kohlsaat den ehemaligen easyJet- Geschäftsführer für Deutschland- und Osteuropa gewinnen.

Das neue Germania-Führungsduo will nun die von der langjährigen Germania-Geschäftsführerin Edda Gauch begonnene strategische Ausrichtung der bislang vor allem auf Charter und Wetlease spezialisierten Traditionsairline fortführen, setzt aber verstärkt auch auf den Einzelplatzverkauf.

Ziel sei dabei allerdings keine Neuauflage von "gexx" oder etwa die Wiederbelebung der Germania-Planungen für ein innerdeutsches Lowcost-Liniennetz, erläutert Kohlsaat die neue Strategie im airliners.de-Interview. „Was wir brauchen ist eine bessere Balance zwischen unseren drei Geschäftsfeldern.“ Mit einem stärkeren Einzelplatzverkauf habe man selbst in der Hand, eventuelle Schwierigkeiten im Leasing- und Chartergeschäft abzufedern.

Mit dem Rückzug der TUI aus dem Lowcost-Betrieb fängt das Abfedern bereits im Februar 2010 an, denn dann laufen bestehende Leasingverträge nach und nach ab. „Unsere selbstvermarktete Flotte wird in diesem Zuge zunächst um zwei Boeing 737-300 anwachsen“, erläutert Kohlsaat. Mit den neuen Kapazitäten werde das Streckennetz für den Einzelplatzverkauf weiter ausgebaut.

Ethnischer Verkehr weiterhin im Fokus

Bei der Netzwerkplanung für den Einzelplatzverkauf setzt Germania dabei weiterhin vor allem auf ethnischen Verkehr. Mit den zum Winter avisierten neuen Nahost-Routen in Richtung Beirut, Damaskus und Aleppo will die Airline die vorhandenen Balkan-Routen ergänzen.

„Auf Märkten mit hohen Einstiegsbarrieren sind wir konjunkturell weniger anfällig“, erklärt Kohlsaat die Germania-Nische. Gleichzeitig sei der Einzelplatzverkauf saisonal unabhängiger als im Charterverkehr. Beim Vertrieb setzt Germania derweil weiterhin auf Agenturen und Reisebüros. Spezielles Zielgruppenmarketing sowie ein moderner Internetauftritt sollen aber auch die Direktbuchungen forcieren.

Die 1978 gegründete Germania Fluggesellschaft mbH mit Sitz am Flughafen Berlin-Tegel befindet sich in privater Hand. Aktuell beschäftigt Germania sieben Boeing 737-300 sowie elf Boeing 737-700. Insgesamt sieben Maschinen fliegen in Germania-Farben, die restlichen elf Flugzeuge sind im Wet- bzw. Dry-Lease für verschiedene Airlines im Einsatz.

Stand: 30.09.2009 - 3:55 PM Uhr

Quelle: airliners.de

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