Artikel vom 19.07.2010 0

Airbus erwartet Auftragsboom in Farnborough Jahresziel im Visier

Airbus hofft auf eine erfolgreiche Messewoche im britischen Farnborough. Der Flugzeughersteller hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Die Zahl der Neubestellungen aus dem ersten Halbjahr soll in Farnborough verdoppelt werden.

Farnborough 2008

Die EADS-Tochter Airbus rechnet auf der Luftfahrtmesse in Farnborough mit einem Auftragsboom. Airbus-Verkaufschef John Leahy sagte am Samstag im Vorfeld der Luftfahrtmesse in Farnborough, er habe mit EADS-Chef Louis Gallois gewettet, dass er die Zahl der Neubestellungen aus dem ersten Halbjahr bis Ende der Messe verdoppeln werde.

Airbus hat die neue Frachtmaschine A330-200F nach Farnborough gebracht. Zudem werden der A380 sowie der Militärtransporter A400M im Flug vorgeführt. Das mitgebrachte Portfolio wird durch den A318 abgerundet. Die Farnborogh Air Show 2010 vor den Toren Londons findet vom 19. Juli bis 25. Juli statt. Die Messe gehört zu den wichtigsten Branchentreffs weltweit.

Im ersten Halbjahr hatte Airbus Aufträge für 131 neue Flugzeuge eingesammelt, Mit einer Verdopplung hätte Airbus das selbst gesetzte Jahresziel von 250 bis 300 Bestellungen bereits im Juli erreicht.

Als Reaktion auf die anziehende Nachfrage will Airbus die Produktion seines Verkaufsschlagers A320 möglicherweise noch weiter hochfahren als bislang geplant. Zuletzt war eine Steigerung von 34 auf 36 Maschinen pro Monat angekündigt worden. "Es könnten auch 38 Maschinen werden", sagte Leahy nun. "Das werden wir Ende Juli entscheiden.

Ab Mitte 2012 soll der A320 mit Sharklets angeboten werden und dann bis zu vier Prozent weniger Treibstoff verbrauchen. Einige Jahre später könnte eine runderneuerte "A320 neo" die Kosten pro Sitz weiter drücken. Um 2025 bis 2027 will Airbus mit dem A320-Nachfolger A30X schließlich in neue Dimensionen vorstoßen und den Verbrauch um 35 bis 40 Prozent senken.

Denn die Konkurrenz schläft nicht. Angesichts neuer Wettbewerber aus China und verstärkter Konkurrenz etwa von Bombardier aus Kanada zeigte sich EADS-Chef Gallois offen für künftige Kooperationen mit den neuen Mitspielern auf dem Markt. "Vielleicht werden wir mit einigen von ihnen reden - vielleicht aber nicht gleich für das nächste Produkt", sagte er. Dass die Zeiten des Duopols Airbus und Boeing vorüber sind, räumte EADS-Strategiechef Marwan Lahoud ein.

Unterdessen wächst bei EADS wie bei Airbus der Anteil der Bestellungen aus den Schwellenländern. "20 Prozent unserer Fertigung in diesem Jahr wird nach China verkauft", sagte Airbus-Manager Leahy. Konzernweit erzielte EADS im vergangenen Jahr bereits je ein Fünftel seines Umsatzes in der Region Asien/Pazifik und in den USA und knapp ein Zehntel im Nahen Osten. Die übrige Hälfte der Erlöse stammte aus Europa, doch dort trugen auch die Aufträge aus dem Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft zum Umsatz bei.

Nach Einschätzung von Strategiechef Lahoud dürfte sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken. Das Auftragsbuch für die kommenden Monate und Jahre sei derzeit nur noch zu knapp einem Drittel mit Bestellungen vom alten Kontinent gefüllt.

Auch der Anteil der US-Aufträge sei auf 16 Prozent geschrumpft. Dafür stamme nun je ein Viertel der Aufträge aus dem Nahen Osten und der Region Asien/Pazifik.

Stand: 19.07.2010 - 12:09 PM Uhr

Quelle: dpa-AFX

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