
Französischer Rechnungshof rügt Fluglotsen Unübersichtliche Arbeitszeiten
Das undurchschaubare Freizeitsystem der französischen Fluglotsen beschäftigt jetzt auch den Rechnungshof. Die Fluglotsen arbeiteten wohl nur an die hundert Tage im Jahr, "sofern man diese Zahl schätzen kann", stellte der französische Rechnungshof in seinem Jahresbericht am Dienstag fest. Die Teamleiter geben den Mitarbeitern demnach eigenmächtig frei, sobald der Dienstplan es ihrer Einschätzung nach erlaubt.
Nicht einmal die französische Luftfahrtaufsichtsbehörde DGAC wisse, wieviel die Fluglotsen tatsächlich arbeiteten, kritisierte der Rechnungshof. Dies sei "nicht hinnehmbar". Über das daraus entstehende Sicherheitsproblem hatte schon im September die Tageszeitung "Le Figaro" berichtet.
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Seitdem scheint nicht viel geschehen zu sein: Der französische Abgeordnete Charles de Courson, Haushaltsbeauftragter für den Bereich Luftfahrt, sagte im Januar, die Arbeit der Fluglotsen müsse künftig einzeln überprüft werden. "Wir wissen immer noch nicht, wer was und wann macht."
Laut Vertrag müssten die Lotsen 24 Stunden in der Woche am Arbeitsplatz sein, was 160 Arbeitstagen im Jahr entspreche, zitierte der "Figaro" seinerzeit einen Insider. "Tatsächlich arbeiten sie oft nur zwölf Stunden wöchentlich und 80 Tage im Jahr." Immer wieder komme es dadurch zu Beinahe-Katastrophen, weil völlig überlastete Lotsen für zwei arbeiteten, sagten Piloten der Air France der Zeitung.
Dem französischen Rechnungshof zufolge verdient ein Fluglotse im Großraum Paris 7476 Euro monatlich, davon seien 4629 Euro Zulagen. Offenbar sei die Arbeit der französischen Lotsen nicht optimal organisiert, stellte der Rechnungshof fest: In Deutschland und Großbritannien seien 16 beziehungsweise 17 Kontrollzentren für den gleichen Raum verantwortlich wie in Frankreich 30 Stellen.
AFP
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