Artikel vom 17.02.2010 0

DLR und TU Berlin erweitern Kooperation Leisere und schadstoffärmere Triebwerke

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Technische Universität Berlin haben einen Kooperationsvertrag über die gemeinsame Triebwerksforschung am neuen Heiß-Akustik-Teststand unterzeichnet.

Prof. Peitsch, TU Berlin (links) und Prof. Mönig, DLR (rechts) bei der Unterzeichnung - © © DLR -

Prof. Peitsch, TU Berlin (links) und Prof. Mönig, DLR (rechts) bei der Unterzeichnung

In Berlin wurde am Mittwoch ein Vertrag zwischen dem Institut für Antriebstechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Institut für Luft- und Raumfahrt der TUB über die zukünftig gemeinsame Triebwerksforschung an einem neuen Heiß-Akustik-Teststand (HAT) unterzeichnet. Der Teststand dient zur akustischen und strömungsmechanischen Untersuchung an strömungsführenden Oberflächen, wie zum Beispiel Triebwerksschaufeln, und anderen thermisch hoch belasteten Komponenten in Triebwerken.

Herausforderungen

Die Entwicklung von neuartigen Brennkammerkonzepten in Flugzeugtriebwerken wird von zwei großen Herausforderungen bestimmt: Schadstoffärmere Luft-Kerosin-Gemische haben starke akustische Schwingungen zur Folge. Diese führen zu einer höheren Lärmemission. Ebenso steht für die Kühlung und die akustische Dämpfung durch die Brennkammerwände weniger Luft zur Verfügung. Erstmalig ermöglicht der neue Heiß-Akustik-Teststand das gleichzeitige Optimieren von Kühlfunktion und akustischer Dämpfung.

Gesamtansicht der Prüfstrecke des HAT, © DLR

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die komplexe Untersuchung der akustischen sowie strömungsmechanischen Eigenschaften über- und durchströmter Komponenten im Triebwerk, auch Liner genannt. Der zurzeit geplante Betriebsbereich deckt einen statischen Druck von bis zu 10 Bar sowie eine Zuströmtemperatur bis circa 550 Grad Celsius ab. Bisher konnten Versuche nur unter normalen Umgebungstemperatur und -druck Bedingungen durchgeführt werden. Der HAT ist weltweit die erste Anlage, mit der die Auswirkungen von Temperatur- und Druckunterschieden auf die akustische Dämpfung und Kühlung von Triebwerkskomponenten genauer erforscht wird. Der Aufbau sowie der Betrieb des HAT werden gemeinsam vom DLR und der TUB durchgeführt.

Der Forschungsschwerpunkt der TUB liegt auf den strömungsmechanischen und thermischen Untersuchungen, während sich das DLR auf die akustischen Eigenschaften der Wandelemente von Brennkammern konzentriert. Der HAT ist in der großen Versuchshalle des Fachgebiets für Luftfahrtantriebe auf dem zentralen Campus der TUB in Berlin-Charlottenburg aufgestellt.

Der Prüfstand ist bereits weitestgehend fertig gestellt und wird Mitte 2010 in Betrieb genommen. Von den zu erwartenden Ergebnissen der Forschungsarbeiten werden vor allem die Hauptkooperationspartner Rolls-Royce und MTU Aero Engines im Triebwerks- sowie Siemens Energy, Alstom Power und MAN Turbo aus dem Kraftwerksbereich profitieren können.

Stand: 17.02.2010 - 5:51 PM Uhr

Quelle: airliners.de mit DLR

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