Artikel vom 09.01.2012 0
Umweltbundesamt stellt BER-Gutachten vor Nachtflugverbot und andere Streckenführung gefordert
© dpa /Patrick Pleul
Nächtlicher Anflug auf den Flughafen Berlin-Schönefeld
Fünf Monate vor der Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens stellt das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag in Berlin ein Lärmgutachten vor. In Medienberichten ist bereits durchgesickert, dass die Behörde die Forderung nach einem Nachtflugverbot von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr wiederholen werde; eine offizielle Stellungnahme dazu gab es aber nicht. Das Gutachten kann die endgültige Flugrouten-Entscheidung beeinflussen, die das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung am 26. Januar präsentieren will.
Zum Gutachten des Umweltbundesamts hieß es in Medienberichten außerdem, dass sich die Behörde gegen Abflüge über den Müggelsee ausspreche und Einschränkungen beim Wannsee fordere. Damit bekommt die Debatte um die Flugrouten wieder neue Nahrung. Die Deutsche Flugsicherung hatte im Juli ihren Flugroutenvorschlag gemacht. Das Bundesaufsichtsamt legt die Routen auf dieser Grundlage und "im Benehmen" mit dem Umweltbundesamt fest - es muss die Einwände des Umweltamtes nicht berücksichtigen. Die Präsentation in der Bundespressekonferenz könnte aber politischen Druck auslösen.
Die Behörde sieht zu den Flugrouten vor, Berlins Südosten und Südwesten zu überqueren und Potsdam zu umfliegen. Über den Wannsee führt bei Westwind die Route für täglich 48 Flüge in 2.400 Metern, über den Müggelsee und Müggelheim sind es bei Ostwind 120 Maschinen, die nur halb so hoch fliegen.
Der größte Teil der Maschinen soll nach Vorschlag der Flugsicherung von der Nordbahn südlich an Potsdam vorbei nach Westen fliegen - die Route führt zwischen Michendorf und Beelitz hindurch. Von der Südbahn führen die Routen in einem Korridor zwischen Ludwigsfelde und Luckenwalde in Richtung Südwesten. Bei Starts in Richtung Osten lautet der Vorschlag: Die Maschinen starten von der Nordbahn geradeaus über Berlins Südosten hinweg in Richtung Erkner oder über den Müggelsee nach Nordosten. Von der Südbahn soll Zeuthen umflogen werden.
Aufgrund von Sicherheitsbestimmungen dürfen im parallelen Betrieb die Maschinen nicht von beiden Start- und Landebahnen geradeaus fliegen, sondern müssen abdrehen. Jahrelang waren die Menschen in der Region aber von Geradeausstarts ausgegangen.
Stand: 09.01.2012 - 5:34 PM Uhr
Quelle: dpa
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