Artikel vom 17.01.2012 0
Wieder Demonstrationen in Frankfurt
© dpa /Boris Roessler
Fluglärmgegner demonstrieren am 16.01.2012 im Terminal des Frankfurter Flughafens.
Zum ersten Mal im neuen Jahr haben am Montag wieder tausende Menschen im Frankfurter Airport gegen den Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet protestiert. Nach Angaben der Organisatoren kamen zu der Demonstration im Terminal des Flughafens rund 5500 Teilnehmer - das wären so viele wie noch nie zuvor. Die Polizei sprach dagegen von rund 2700 Teilnehmern.
Schon vor Weihnachten hatten sich regelmäßig mehrere tausend Demonstranten zu lautstarken Protesten im Terminal 1 versammelt. Zu den sogenannten Montagsdemonstrationen aufgerufen hat das «Bündnis der Bürgerinitiativen», das sich gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens wehrt und ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22.00 und 6.00 fordert. Ziel sei es, «den Lärmterror am Himmel in der gesamten Region zu beenden».
In der Gesprächseinladung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) für Mittwoch sehen die Fluglärmgegner der Rhein-Main-Region ein Hinhaltemanöver vor der Frankfurter OB-Wahl. "Es ist schlechte politische Kultur in unserem Land, gern auch Rückwärtssaltos zu vollführen", rief am Montagabend Michael Wilk vom Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) im Terminal des Frankfurter Flughafens.
"Es ist unglaublich, wie da jemand die Nachtruhe entdeckt, der den Flughafenausbau jahrelang mit Gewalt durchgedrückt hat", kritisierte Wilk, immer wieder unterbrochen von wildem Kuhglockengeläut und Trillerpfeifenkonzerten seiner Mitstreiter im Terminal. "Wir versprechen uns nichts von dem Treffen am Mittwoch", schloss Wilk.
Im vergangenen Oktober war die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen eröffnet worden. Seitdem hat der Streit über Fluglärm an Schärfe gewonnen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hat Mitte Oktober ein vorläufiges Nachtflugverbot verfügt, bis das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein endgültiges Urteil fällt. Die hessische Landesregierung will mit einer Klage in Leipzig Ausnahmen erlauben. Im März soll darüber verhandelt werden.
Stand: 17.01.2012 - 7:43 AM Uhr
Quelle: dpa, dapd
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