Artikel vom 09.06.2010 0

Neue A400M-Turbulenzen durch Finanzkrise? Airbus rechnet mit Auftragsreduzierung

Airbus Military rechnet damit, dass die A400M-Kunden aufgrund der Finanzkrise weniger Militärtransporter abnehmen als geplant. Der deutsche Anteil könnte um bis zu sieben Maschinen sinken, erklärte der Hersteller am Dienstag auf der ILA in Berlin.

Airbus A400M auf der ILA 2010 - © © dpa - Patrick Pleul

Airbus A400M auf der ILA 2010

Die Militärsparte des europäischen Flugzeugbauers Airbus rechnet wegen der europäischen Finanzkrise mit einer Reduzierung des A400M-Programms. Theoretisch könne der deutsche Anteil um bis zu sieben Maschinen sinken, sagte Domingo Urena-Raso, der Chef von Airbus Military, am Dienstag auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin-Schönefeld.

Deutschland wollte bislang 60 dieser neuen Militär-Transportflugzeuge kaufen. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht, betonte Urena-Raso.

Airbus hatte sich 2003 gegenüber den sieben Bestellnationen Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und Türkei verpflichtet, 180 Maschinen zu einem Festpreis von 20 Milliarden Euro auszuliefern. Das gesamte Entwicklungsprogramm für den europäischen Militärtransporter kam jedoch drei Jahre in Verzug und verursachte Mehrkosten von 5,2 Milliarden Euro.

Für Deutschland wären das Mehrkosten von 650 Millionen Euro. Daher war bereits im April eine Reduzierung der Stückzahl erwogen worden, um eine «haushaltsneutrale Umsetzung des Mehrbedarfs» zu erreichen. Seinen Jungfernflug hatte der A400M im Dezember 2009. Im März 2013 soll die erste Maschine an Frankreich ausgeliefert werden. Der erste Militär-Airbus für die Bundeswehr ist für November 2014 vorgesehen. Diese Flugzeuge sollen bei der Luftwaffe die jahrzehntealten Transportflugzeuge vom Typ C-160 «Transall» ablösen.

Stand: 09.06.2010 - 10:17 AM Uhr

Quelle: ddp

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