Tests für neues Anflugverfahren starten am Airport Frankfurt

26.05.2016 - 09:51 0 Kommentare

Eine neue Anflugtechnik soll die Lärmbelastung rund um den Flughafen Frankfurt senken. Die entsprechenden Tests laufen ab sofort. Auch an zwei anderen europäischen Airports kommt das System zum Einsatz.

DLR-Mitarbeiter an einer GBAS-Station. - © © dpa -

DLR-Mitarbeiter an einer GBAS-Station. © dpa

Am Frankfurter Flughafen wird ab sofort ein neues Anflugsystem ausprobiert. Es trägt den etwas sperrigen Namen "RNP to xLS" und soll den Fluglärm reduzieren. Die Testflüge sollen bis zum 31. August durchgeführt werden. Das teilten Lufthansa, der Airport-Betreiber Fraport und die Deutsche Flugsicherung (DFS) gemeinsam mit.

Bei der satellitengestützten Variante sollen die Maschinen genauer auf ihren Routen bleiben, die zudem in Kurven um Siedlungsgebiete herum geführt werden können. Dabei würden die Flugzeuge sehr präzise auf die beiden in Frankfurt zur Verfügung stehenden Präzisionsanflugsysteme geführt, hieß es. Gemeint sind das Instrumentenlandesystem (ILS) und das Ground Based Augmentation System (GBAS).

Über das GBAS-System

Eine GBAS-Bodenstation am Flughafen errechnet anhand der eigenen genauen Position Korrekturdaten für jeden Satelliten des amerikanischen Global Positioning System (GPS). Die Korrekturen werden an alle ausgerüsteten Flugzeuge gesendet, die sich in der Nähe des Airports befinden. Die Abweichung zwischen der Flugzeugposition und dem vom Piloten ausgesuchten Anflugpfad erscheint auf den Cockpit-Displays. Der Kurs kann dann entsprechend angepasst werden.

GBAS-Anlage am Flughafen Bremen Foto: © DFS

Das Besondere sei, dass in Frankfurt die Eignung des Verfahrens in einem Umfeld hoher Verkehrsdichte untersucht werde, hieß es. Die Flugspurtreue wie auch die Lärmbelastung sollen überwacht und ausgewertet werden. Das Verfahren wird europaweit noch an zwei anderen Airports getestet, nämlich Bremen und Zürich.

Um das Verfahren durchführen zu können, wurden die Lufthansa-Flugzeuge entsprechend technisch ausgerüstet. Eingesetzt werden Maschinen des Typs A380, A319 sowie Boeing 747-8.

Auch an anderen deutschen Standorten werden alternative Anflugverfahren getestet - zum Beispiel am Airport Leipzig/Halle. Das "Point Merge"-Konzept ähnelt dem Reißverschlussverfahren beim Autofahren. Das Verfahren soll ebenfalls dazu beitragen, den Fluglärm verringern.

© DFS, Lesen Sie auch: DFS testet neues Landeverfahren am Airport Leipzig/Halle

Von: ch
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