Sicherheitslage trübt Jahresprognose von Flughafenbetreiber Fraport

16.03.2016 - 14:02 0 Kommentare

Der Flughafenbetreiber Fraport hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn um fast 20 Prozent gesteigert. In diesem Jahr sind die Aussichten von Konzernchef Schulte getrübt - Schuld ist das Verhalten der Reisenden in Sachen Türkei.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. - © © dpa - Boris Roessler

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. © dpa /Boris Roessler

Die Furcht der Touristen vor weiteren Terroranschlägen trübt die Geschäftsaussichten des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Nach teils kräftigen Zuwächsen im vergangenen Jahr rechnet Vorstandschef Stefan Schulte für 2016 nur mit einem Passagierwachstum zwischen einem und drei Prozent, wie das Unternehmen jetzt zur Bilanzvorlage mitteilte.

Die Fraport-Aktie reagierte mit einem Kursrutsch auf die Nachrichten, obwohl das Unternehmen 2015 besser abschnitt als von Analysten erwartet. Bis zum frühen Nachmittag verlor das Papier 7,65 Prozent an Wert auf 52,01 Euro und war damit zweitschwächster Wert im MDax. Analysten sprachen von moderaten Zielen für das neue Jahr.

Reisende schrecken vor Flüge in Türkei zurück

Umsatz und Gewinn werden nach der Prognose im laufenden Jahr kaum noch steigen. Als Grund nannte Fraport-Chef Stefan Schulte vor allem die Buchungszurückhaltung für Flüge in die Türkei und einen deutlich niedrigeren Ergebnisbeitrag aus der Flughafenbeteiligung in Antalya, wo vor allem die zahlungskräftigen russischen Gäste ausbleiben.

"Es hat im Süden/Südwesten der Türkei keine Anschläge gegeben. Es gibt keinen Grund, dort nicht zu buchen", sagte Schulte. Gleichwohl gebe es aktuell Rückgänge von bis zu 30 Prozent. Flugzeuge würden auf andere Ziele etwa in Spanien, Italien und Griechenland umdisponiert.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Schaltjahr beschert Flughafen Frankfurt mehr Passagiere

Dank wachsender Passagierzahlen am Heimatdrehkreuz Frankfurt und in Perus Hauptstadt Lima konnte Fraport den Gewinn 2015 steigern. Besonders die Flughafen-Shops und steigende Parkplatzeinnahmen spülten mehr Geld in die Kasse.

So stieg der Umsatz des Konzerns um mehr als acht Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. 2016 sollen die Erlöse 2,65 Milliarden erreichen. Der Gewinn legte im vergangenen Jahr um rund 18 Prozent auf 276,5 Millionen Euro zu und soll 2016 ähnlich hoch ausfallen. Die im vergangenen Jahr erhöhte Dividende will Fraport bei 1,35 Euro belassen.

Lufthansa-Streiks drücken Bilanz

Ohne die Streiks beim Hauptkunden Lufthansa hätte die Bilanz besser ausgesehen. Rund 800.000 Passagiere fehlten in den Terminals und den dort platzierten Shops, mit deren Hilfe Fraport einen Großteil des Umsatzes macht. Pro Passagier blieben 3,62 Euro Einzelhandelserlös (plus 5,5 Prozent) beim Flughafenbetreiber hängen. Das Frachtaufkommen fiel wegen des schwachen Welthandels im Jahresvergleich um 2,6 Prozent auf 2,1 Millionen Tonnen.

Die Prognose versteht sich ohne die 14 Regionalflughäfen in Griechenland, deren Betrieb Fraport in diesem Jahr endgültig übernehmen will. Noch stehen rechtliche Überprüfungen des auf 40 Jahre laufenden Konzessionsvertrags und die abschließende Zustimmung durch das griechische Parlament aus. Angepeilt sei der 1. November, es könne aber auch bis zum Jahresende dauern, sagte Schulte. Die Zahlung der vereinbarten Konzessionssumme von 1,2 Milliarden Euro stelle Fraport nicht vor Probleme.

© dpa, Armin Weigel Lesen Sie auch: Fraport unterzeichnet Vertrag für griechische Flughäfen

Auf den griechischen Inseln sei das Engagement der Fraport sehr willkommen, sagte Schulte. Es gebe dort lange Wartezeiten und technische Mängel. Es seien dringend Investitionen notwendig. "Wir glauben, dass wir einen großen Mehrwert für Griechenland bringen können", sagte Schulte. Das Unternehmen prüft zudem die Teilnahme an Ausschreibungen in Brasilien und Bulgarien.

Von: ch, dpa-AFX
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