Weniger Passagiere am Flughafen Frankfurt - Fraport setzt auf 2017

13.01.2017 - 12:33 0 Kommentare

2016 hat der Airport Frankfurt weniger Fluggäste registriert. Fraport-Chef Stefan Schulte glaubt: In diesem Jahr wird Deutschlands größter Flughafen wieder wachsen.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. - © © dpa - Boris Roessler

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. © dpa /Boris Roessler

Streiks und die Angst vor Terroranschlägen haben dem Frankfurter Flughafen 2016 einen leichten Passagierrückgang gebracht. Mit rund 60,8 Millionen Fluggästen zählte der Betreiber Fraport 0,4 Prozent weniger Reisende als im Rekordjahr 2015 - obwohl der Luftverkehr in Europa und der Welt deutlich wuchs.

Fraport-Chef Stefan Schulte zeigte sich aber zuversichtlich, dass Deutschlands größter Flughafen 2017 auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Billigflieger wie Ryanair sollen Schub bringen. Schon im Dezember ging es im Passagiergeschäft merklich aufwärts.

Die Fraport-Aktie reagierte kaum auf die Nachrichten. Am Morgen lag das Papier mit einem Plus von 0,29 Prozent im Mittelfeld des MDax.

Rückgang fiel geringer aus als gedacht

Der Passagierrückgang für 2016 hatte sich bereits seit Monaten abgezeichnet, allerdings fiel das Minus deutlich geringer aus als gedacht, nachdem die Fluggastzahlen im Dezember wieder um knapp vier Prozent zulegten.

So hatte Schulte nach den Terrorakten in Europa für das Gesamtjahr zunächst einen Passagierrückgang um ein bis zwei Prozent befürchtet. Schon Mitte Dezember ging er nur noch von einem Rückgang um ein Prozent aus - letztlich war er nicht einmal halb so groß. Ohne Streiks und wetterbedingte Flugausfälle wäre die Passagierzahl um 0,4 Prozent gestiegen, rechnete Fraport vor.

Diese Statistik zeigt Flugbewegungen und Passagierzahlen des Flughafens Frankfurt von Dezember 2015 bis Dezember 2016.

Doch auch dann wäre der Frankfurter Flughafen im Vergleich zum gesamten europäischen Luftfahrtmarkt weit abgeschlagen gewesen. Dem Weltluftfahrtverband Iata zufolge wuchs der europäische Luftverkehr trotz der Terroranschläge und politischer Krisen in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres um mehr als vier Prozent. Weltweit betrug das Plus sogar über sechs Prozent.

30 Prozent weniger Fluggäste bei einer Fraport-Beteiligung

Viel stärker als in Frankfurt machte die Verunsicherung der Kunden Fraport an dem Konzernflughafen im türkischen Antalya zu schaffen. Während die übrigen Auslands-Airports des Unternehmens wie in Lima (Peru) und Xi'an (China) 2016 größtenteils zulegten, musste Antalya einen Passagierrückgang um fast 31 Prozent auf gut 19 Millionen Fluggäste verkraften.

Nach tödlichen Anschlägen in Istanbul, dem gescheiterten Putschversuch und politischen Spannungen macht der Türkei das Wegbleiben von Touristen aus Deutschland und anderen Ländern schwer zu schaffen. Aus Russland gibt es erst seit September überhaupt wieder Flüge nach Antalya. Inzwischen macht Fraport-Chef Schulte bei der Zahl der russischen Gäste "klare Erholungstendenzen" aus.

Frankfurt setzt auf Low-Cost-Carrier

In Frankfurt setzt der Vorstand nun auf den Ausbau des Geschäfts mit Billigfliegern. Deren Marktanteil in Frankfurt soll von bisher vier Prozent auf etwa zehn Prozent wachsen. Dazu hat Fraport Europas größten Billigflieger Ryanair als Kunden gewonnen. Ab Ende März startet das irische Unternehmen ab Frankfurt zunächst mit zwei Maschinen zu Zielen in Spanien und Portugal und will sein Angebot künftig deutlich ausweiten.

Mit einer neuen Gebührenordnung, von der Ryanair profitiert, brachte Fraport gegen Jahresende langjährige Kunden wie die Lufthansa und Condor gegen sich auf. Die Lufthansa denkt sogar offen über eine Klage gegen das neue Gebührensystem nach, das Airlines hohe Rabatte für die Eröffnung neuer Strecken verspricht.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Hessen streicht Extra-Rabatt für Neukunden in Frankfurt

Im lange gebeutelten Cargo-Geschäft konnte der Frankfurter Flughafen 2016 dank eines Schlussspurts zulegen. Im Dezember wuchs die Post- und Luftfrachtmenge um mehr als acht Prozent. Für das Gesamtjahr stand damit ein Plus von rund zwei Prozent auf 2,1 Millionen Tonnen zu Buche.

Von: ch, dpa-AFX
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