Terminal 3 am Frankfurter Flughafen: Baubeginn noch in diesem Jahr

15.04.2015 - 14:02 0 Kommentare

Das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen kommt. Das hat jetzt der Airport-Betreiber Fraport beschlossen. Die Bauarbeiten beginnen noch in diesem Jahr.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG.
© dpa - Arne Dedert

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© Fraport

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Fraport AG

Eine Computergrafik zeigt das zukünftige Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt das zukünftige Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© Fraport

 Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.
© Fraport AG

Der Frankfurter Flughafen bekommt trotz politischen Gegenwinds und Bedenken von Fluglärmgegnern ein drittes Terminal. Flughafen-Chef Stefan Schulte kündigte jetzt an, der Bau des neuen Abfertigungsgebäudes im Süden des Flughafens werde 2015 beginnen. Gegen Ende des Jahres sollen die ersten Erdaushubarbeiten starten.

Der Aufsichtsrat des Frankfurter Flughafen-Betreibers Fraport hatte am Dienstagabend den Bau beschlossen. Fraport rechnet mit einem Investitionsvolumen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro. Das neue Terminal soll 2022 in Betrieb gehen.

Projekt sorgt seit Jahren für Streit

Um die Ausbaupläne gibt es seit langem Streit. Die Luftfahrtbranche forderte den Bau des neuen Abfertigungsgebäudes. Kritiker befürchten dagegen, dass größere Kapazitäten des Airports zu mehr Verkehr und damit zu mehr Lärm führen. Außerdem bezweifeln sie die Notwendigkeit eines weiteren Terminals. "Das ist kein guter Tag für unsere Region", sagte Thomas Scheffler, Sprecher des BBI Bündnis der Bürgerinitiativen. Der Zusammenschluss von mehr als 80 Initiativen werde weiter "gegen den Ausbauwahn kämpfen".

© dpa, Fraport AG Lesen Sie auch: Terminal 3 in Frankfurt: Darum geht es bei dem Streit

Fraport begründet den Neubau mit Kapazitätsengpässen an den bestehenden Abfertigungsgebäuden. Das Unternehmen hatte im vergangenen September ein Gutachten in Auftrag gegebenen, das am Frankfurter Flughafen bis zum Jahr 2021 ein Passagieraufkommen zwischen 68 und 73 Millionen prognostiziert. Im vergangenen Jahr hatte der Airport rund 60 Millionien Fluggäste abgefertigt. Die hessische Landesregierung hatte die Stichhaltigkeit der Gutachten zur Passagierentwicklung bestätigt.

Eine Alternative zum dritten Terminal gibt es laut Fraport nicht. Die alten Terminals können nicht erweitert werden, dafür gebe es keinen Platz. Es sei auch nicht sinnvoll, die neuen Pläne abzuspecken. Die Ausbaugegner wollen das auch gar nicht. Sie fordern einen kompletten Verzicht.

Hessische Landesregierung fordert mehr Lärmschutz

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) verwies darauf, dass die Landesregierung Möglichkeiten aufgezeigt habe, "den Komfort am Flughafen auch bei steigendem Passagieraufkommen in einem begrenzten Umfang zu erhöhen". "Die vorgeschlagenen Alternativen wären deutlich günstiger gewesen und hätten den Bau eines neuen Terminals zu einem späteren Zeitpunkt weiter offengehalten", sagte der Minister anlässlich des verkündeten Baubeginns. Die Landesregierung werde zudem weitere Lärmschutzmaßnahmen einfordern.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßte die Fraport-Entscheidung. Das sei eine wichtige Weichenstellung für den Wirtschaftsstandort Deutschland und ein Ja zur Zukunft, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. Wer im internationalen Wettbewerb bestehen wolle, müsse auch die notwendige Infrastruktur anbieten können. Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, ergänzte: "Wir sind erleichtert, dass nach dem langen Hin und Her der Weg für dieses wichtige Ausbauprojekt nun endlich frei ist."

Das Baurecht für ein drittes Terminal an Deutschlands größtem Flughafen liegt bereits vor. Fraport kündigte an, in Kürze mit der europaweiten Ausschreibung für die erste Bauphase der Tiefbauarbeiten zu beginnen.

Das Terminal 3

2022 soll das Terminalgebäude mit einer Kapazität von 14 Millionen Passagieren pro Jahr in Betrieb gehen. An den beiden Flugsteigen des ersten Bauabschnitts sind 24 Gebäudepositionen für die Flugzeugabfertigung vorgesehen. Im Vollausbau sollen es dann vier Flugsteige mit insgesamt 50 Positionen sein.
Welche Fluggesellschaft das neue Terminal nutzen wird, ist nach Fraport-Angaben noch offen. Die Lufthansa und ihre Star-Alliance-Partnerfluggesellschaften bleiben wohl im Terminal 1. Das neue Terminal könnte also ein neues Zuhause für andere Bündnisse wie OneWorld oder SkyTeam werden. Denkbar wäre auch, dass vor allem Ferienflieger oder allianzfreie Fluggesellschaften hier andocken.

Von: airliners.de, AFP, dpa
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