Tegel ist für Easyjet teurer als gedacht

18.07.2018 - 16:34 0 Kommentare

Quartalszahlen vom britischen Billigflieger: Umsatz und Prognose fürs Gesamtjahr steigen. Doch das im Januar gestartete Engagement von Easyjet am Airport Berlin-Tegel verhagelt die Bilanz mehr als angenommen.

Seit Januar fliegt Easyjet Tegel an. - © © AirTeamImages.com - HAMFive

Seit Januar fliegt Easyjet Tegel an. © AirTeamImages.com /HAMFive

Das Engagement am Berliner Flughafen Tegel wird für den britischen Billigflieger Easyjet teurer als bislang gedacht. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September korrigierte das Unternehmen die erwarteten Verluste am Cityairport um 30 Millionen britische Pfund (rund 33,7 Millionen Euro) auf nun 125 Millionen Pfund (140,3 Millionen Euro).

Easyjet konnte diesen aufgrund der Priorisierung des Slot-Portfolios und der Übernahme eines ineffizienten Flugplans für die Hauptsaison weniger stark entgegenwirken.

Mitteilung von Easyjet

Auch die Prognose für Nebenerlöse in Tegel korrigierten die Briten nach unten. Von anfänglich 60 Millionen Pfund im Gesamtjahr (67,3 Millionen Euro) erwarte man nun, dass "50 Millionen Pfund an Nebenkosten generiert werden".

Auslastung in Tegel bei 86 Prozent

Man komme aber mit der Integration Tegels voran, wobei auch die Auslastung der Jets auf zuletzt 86 Prozent im Juni gestiegen sei - für das gesamte erste halbe Jahr ergibt sich nach airliners.de-Informationen lediglich 68,5 Prozent. Im kompletten Netzwerk kommen die Briten auf durchschnittlich 93,4 Prozent.

© dpa, Jens Kalaene Lesen Sie auch: Billigflieger Easyjet macht in Tegel Tempo

Zum 30. Juni hatte das Unternehmen in Tegel zehn eigene Jets am Start, die noch eine Weile mit geleasten Maschinen ergänzt werden. Am Ende des Sommers will Easyjet in Berlin-Tegel 25 eigene Flugzeuge stationiert haben, sodass der Standort Berlin (inklusive Schönefeld) zur zweitgrößten Basis nach London-Gatwick wird.

A320-Auslieferungen verzögern sich

Allerdings kämpft Easyjet zudem noch mit einem weiteren Problem. Laut Kreisen haben die Briten am Montag in Farnborough von Airbus erfahren, dass die Auslieferung von dutzenden für Tegel vorgesehenen A320-Jets wegen der Triebwerksprobleme weiter auf sich warten lässt. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht. In Tegel beschäftigt Easyjet aktuell 441 Piloten und Flugbegleiter. Geplant sind an die 1000 eigene Beschäftigte, von denen rund die Hälfte früher bei Air Berlin gearbeitet hat. Ähnliche Zahlen hatten die Briten angekündigt, als im Herbst 2017 bekannt wurde, dass sie von Air Berlin einen Großteil des Tegel-Engagements übernehmen werden. Easyjet will im kommenden Geschäftsjahr in Tegel den Sprung in die Gewinnzone schaffen.

Die Quartalszahlen im Detail

Easyjet steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 14 Prozent auf 1,6 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Euro). Einen Gewinn wies der Carrier nicht aus. Gleichzeitig erhöhten die Briten aber die Prognose fürs Gesamtjahr. Trotz europaweiter Lotsenstreiks und Wetterkapriolen erwartet Easyjet für den um Sonderposten bereinigten Gewinn vor Steuern 550 bis 590 Millionen Pfund (rund 619 bis 664 Millionen Euro). Frühere Prognosen lagen bei 530 bis 580 Millionen Pfund.

Anan Date von der Deutschen Bank ist zufrieden mit den Ergebnissen: "Die Prognose ist im Mittel um drei Prozent erhöht worden - das ist gut, war aber erwartbar." Mit Blick auf Tegel sagt der Analyst: "Auf der einen Seite haben sie im Kerngeschäft", doch gerade die Probleme mit einigen Strecken stimmen Date optimistisch. "Easyjet wird den Flugplan anpassen. Wir sind der festen Überzeugung, dass dies Auftrieb bringt."

Am Aktienmarkt kam die erhöhte Prognose ebenfalls gut an. Die Aktie legte im Handel um 2,87 Prozent zu und setzte damit die Erholung der vergangenen Tage fort. Seit Anfang des Jahres hat sich das Papier der Airline um gut 16 Prozent verteuert.

Von: cs
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