Technisches Problem bei Flug MH370 nicht ausgeschlossen

20.03.2014 - 16:30 0 Kommentare

Bei den Ermittlungen um die verschwundene Malaysia-Boeing schließen die Ermittler trotz des Sabotage-Verdachts auch ein technisches Problem weiterhin nicht aus. Einige Spekulationen sind durchaus denkbar.

First Officer in einer Boeing 777

First Officer in einer Boeing 777
© AirTeamImages.com - Bailey

Ein Lufthansa-Cargo-Pilot sitzt im Cockpit einer Boeing 777F.

Ein Lufthansa-Cargo-Pilot sitzt im Cockpit einer Boeing 777F.
© dpa - Arne Dedert

Pilot im Cockpit einer Boeing 777

Pilot im Cockpit einer Boeing 777
© AirTeamImages.com - Bailey

Die Ermittlungen um die verschollene Malaysia-Airlines-Boeing erwägen auch weiter technische Probleme als Ursache für das mysteriöse Verschwinden des Flugzeugs. Das sagte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Donnerstag in Kuala Lumpur. Die Möglichkeit eines katastrophalen Ereignisses an Bord «ist nicht ausgeschlossen worden, und gehört weiter zur Untersuchung», sagte Hishammuddin. «Die Black-Box kann uns Aufschluss geben.» Malaysias Regierungschef Najib Razak hatte vergangenen Samstag erklärt, beim Ausfall der Kommunikationssysteme deute alles auf einen vorsätzliches Eingreifen von jemand an Bord hin. Seitdem sind Passagiere und Besatzung im Visier der Ermittler.

© MOT Lesen Sie auch: Malaysia-Airlines-Boeing war noch fast sieben Stunden in der Luft

Luftfahrtexperten und Piloten haben immer wieder die Möglichkeit eines Feuers oder Schwelbrands im Bereich des Cockpits in die Diskussion gebracht. Dieser könne die Kabel zu den Kommunikationssystemen zerstört haben. Dabei könnten giftige Gase die Piloten bewusstlos gemacht haben.

In diese Richtung geht etwa der Artikel eines Piloten auf WIRED.com, der über eine versuchte Rückkehr zu einem Flughafen spekuliert. Die Crew hätte demnach versucht haben können, durch Ziehen der Sicherungen von verschiedenen Systemen ein Feuer einzudämmen und dabei den Transponder und ARCAS ausgeschaltet. Die eingegebene Route zurück über das Festland würde das Flugzeug auch dann selbst abfliegen, wenn beide Piloten bewusstlos im Cockpit sitzen.

So realistisch ist ein führerloser Irrflug

Gänzlich abwegig scheint dieses Unfall-Szenario also nicht: Sofern der letzte eingegebene Waypoint im Flight Management Computer kein Holding-Point ist, würde das Flugzeug ohne weiteres Eingreifen einfach geradeaus weiterfliegen bis die Tanks leer sind, bestätigte ein Boeing-777-Pilot gegenüber airliners.de.

Allerdings würde keine Checkliste der Boeing 777 im Falle eines Feuers oder giftiger Gase im Cockpit das Ausschalten des Transponders etwa über das Ziehen von Sicherungen vorsehen, so der Pilot. Ein Feuer hätte also nur sofortigen und direkten Einfluss auf das Funktionieren von ARCAS und Transponder, wenn es genau in einem der damit in Verbindung stehenden Systemen ausgebrochen wäre.

Sollte es tatsächlich zu einem unkontrollierbaren Brand an Bord gekommen sein, könne man das allerdings auch von außen erkennen, so der Pilot. In einer solchen Situation würde das Standardprozedere nämlich eine signifikante Erhöhung der Fluggeschwindigkeit vorsehen. Ihre brennende Boeing 777 würde die Crew auf bis zu 0,89 Mach beschleunigen, um so schnell wie möglich den nächsten Flughafen zu erreichen.

Sollte das Flugzeug zwar umgedreht, aber einfach in normaler Geschwindigkeit weitergeflogen sein, spräche das also gegen die Feuer- oder Gastheorie. Über die Geschwindigkeit der Boeing 777 auf ihrem Irrflug zurück über die Malaysische Halbinsel ist allerdings nichts offiziell bekannt.

Von: dpa, airliners.de
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