Artikel vom 04.12.2009 0

SGL Rotec an Lemwerder interessiert

EADS sucht Käufer

EADS hat Verhandlungen mit SGL Rotec aufgenommen. Der Hersteller von Rotorblättern zeigt Interesse am Standort Lemwerder und will dort ein Technologie- und Fertigungszentrum errichten. SGL Rotec will jedoch nicht in die Flugzeugteilefertigung einsteigen.

Arbeiten an der Frachttür des Airbus A400M - © © EADS -

Arbeiten an der Frachttür des Airbus A400M

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sucht für sein Werk in Lemwerder eine langfristige Zukunftsperspektive. «Wir sprechen mit SGL Rotec», sagte EADS-Sprecher Alexander Reinhardt am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Details zu den Plänen des Unternehmens und zum Stand der Gespräche nannte er allerdings nicht.

Eine Sprecherin von SGL Rotec bestätigte die Verhandlungen über den Produktionsstandort. Der Hersteller von Rotorblättern wolle in dem niedersächsischen Ort ein Technologie- und Fertigungszentrum für. Details nannte die Sprecherin nicht. SGL Rotec wolle in Lemwerder jedoch nicht in die Fertigung von Flugzeugteilen einsteigen.

EADS betreibt im niedersächsischen Lemwerder die Tochter ASL Aircraft Services. Das Unternehmen fertigt unter anderem Ersatzteile und repariert und wartet Komponenten für militärische Flugzeuge, wie die Transall C-160 und den Tornado. Zudem fertigt ASL Bauteile für den Eurofighter und den Militärtransporter A400M

Bereits am Donnerstag hatte der Betriebsrat von ASL Befürchtungen über den Verkauf des Standortes geäußert. Ein Betriebsratssprecher sagte, gebe es Indizien dafür, dass die Unternehmensleitung einen solchen Schritt plane. Für Freitag sei eine außerordentliche Sitzung des Wirtschaftsausschusses einberufen worden. Die Belegschaft soll dann über die Pläne informiert werden.

Der Betriebsrat fürchtet, dass durch einen Verkauf zahlreiche Arbeitsplätze in Lemwerder wegfallen. Es sei nämlich nicht klar, ob SGL sich nur für Grund, Boden und Produktionshallen oder auch für die Mitarbeiter interessiere, wenn EADS diesen Standort aufgeben wolle, sagte der Arbeitnehmervertreter Ulf Timmermann.

Nach Einschätzung des Betriebsrats bevorzugen die ASL-Mitarbeiter im Falle einer Standortschließung den Verbleib im Konzern. Für die Fertigung von Rotorblättern seien die EADS-Beschäftigten einfach überqualifiziert, sagte Timmermann. Sie seien ausgebildet für die Flugzeugteilefertigung und -wartung.

In den vergangenen Jahren war der Standort mehrfach von Umstrukturierungen betroffen gewesen. Zurzeit sind bei ASL 300 feste und 70 Zeitarbeiter beschäftigt, die Ersatzteile für Flugzeuge herstellen oder Militärmaschinen reparieren.

Stand: 04.12.2009 - 1:15 PM Uhr

Quelle: ddp, airliners.de

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