Artikel vom 13.10.2011 0
IAE zukünftig ohne Rolls-Royce
Neues Rolls-Royce/Pratt & Whitney-Joint-Venture
© Rolls-Royce
E3E-Kerntriebwerk von Rolls-Royce
Rolls-Royce zieht sich aus dem "International Aero Engines"-Triebwerkskonsortium (IAE) zurück. Für den IAE-Ausstieg erhalten die Briten 1,5 Milliarden US-Dollar (1,1 Mrd Euro). Die freiwerdenden Anteile sollen an die bisherigen Partner Pratt & Whitney und MTU gehen.
Zusammen mit Pratt & Whitney werde sich Rolls Royce zukünftig auf neue Antriebstechnologien konzentrieren. Das neue Joint Venture werde sich auf die "Geared Turbofan"-Technologie mit hohem Nebenstromverhältnis spezialisieren, teilten die Briten mit. Zusätzlich werde das gemeinsame Unternehmen bei zukünftigen Studien für die nächste Generation von Antriebssystemen zusammenarbeiten. Dazu zählen dann auch "Open Rotor"-Technologien und andere neuartige Konfigurationen.
IAE hatte als Gemeinschaftsunternehmen aus Rolls-Royce, Pratt & Whitney, Japanese Aero Engines Corporation JAEC und MTU Aero Engine das V2500-Triebwerk für die Airbus A320-Familie entwickelt und vertrieben. Die europäische Endmontage des Triebwerkes wurde im Jahr 2005 von Rolls-Royce in Derby an das deutsche Tochterunternehmen nach Dahlewitz bei Berlin verlagert.
Rolls-Royce werde auch weiterhin für die Herstellung von Hochdruckverdichtern, Fanschaufeln und -scheiben sowie die technische Unterstützung und die Endmontage von 50 Prozent der V2500 Triebwerke verantwortlich bleiben.
"Die endgültigen Bedingungen und Konditionen müssen noch festgelegt werden", teilte MTU am Donnerstag mit. Derzeit hält MTU elf Prozent an IAE. Der MTU-Vorstand verspricht sich von der Aufstockung deutlich mehr Umsatz und einen höheren Gewinn. Der Aufsichtsrat der Münchner muss dem Vorhaben allerdings noch zustimmen.
Die Aktien von Rolls-Royce und MTU legten am Donnerstag deutlich zu. Am Vormittag gewannen die Papiere des britischen Konzerns fast sieben Prozent an Wert. Die MTU-Aktien gehörten mit einem Plus von gut zwei Prozent zu den stärksten Werten im MDax.
Bei den jüngsten Modellentscheidungen von Airbus und Boeing war Rolls-Royce leer ausgegangen. Für die spritsparende Neuauflage des Airbus A320neo stehen das PW-1100G von Pratt & Whitney und MTU sowie das Leap-X des französischen General-Electric-Ablegers CFM zur Auswahl. Boeing greift ebenfalls zum CFM-Antrieb, um die neuen 737MAX anzutreiben. Die spritsparenden Maschinen sollen 2015 und 2017 auf den Markt kommen.
Stand: 13.10.2011 - 12:40 PM Uhr
Quelle: dpa-afx, airliners.de
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