Artikel vom 28.11.2011 0

EFW will Wartungsgeschäft ausbauen

Umbau-Aufträge reichen noch bis 2013

Die Elbe Flugzeugwerke (EFW) in Dresden haben einen Ausbau ihres Wartungsgeschäfts für Airbus-Modelle bekannt gegeben. Der Umrüst-Spezialist will damit eine entstehende Lücke zwischen A300/310-Frachterumbauten und künftigen A330-Umrüstungen schließen.

Frachterumbau bei EFW - © © EADS EFW -

Frachterumbau bei EFW

Die zum europäischen Luftfahrtkonzern EADS gehörenden Elbe Flugzeugwerke (EFW) Dresden wollen bis Jahresende acht zu Frachtern umgebaute Airbus-Maschinen ausliefern. Zwei Maschinen davon erhalte die DHL-Tochter European Air Transport mit Sitz am Flughafen Leipzig/Halle, sagte Unternehmenssprecher Christopher Profitlich am Freitag. Der erste DHL-Airbus sei seit Anfang der Woche im Liniendienst, sagte DHL-Sprecher Manfred Hauschild, der zweite solle im Dezember folgen.

Insgesamt lässt DHL bei den EFW 18 Maschinen umrüsten, die zuvor als Passagiermaschinen in Diensten der Japan Airlines standen. Damit ist der Logistikkonzern der größte Einzelkunde. Weitere Kunden sind aktuell Maximus Air Cargo (Abu Dhabi) und Rus Aviation (Vereinigte Arabische Emirate). Ausrangierte Passagiermaschinen werden jeweils innerhalb von 72 Tagen zu Frachtmaschinen umgerüstet. Dazu wird die bisherige Kabine ausgebaut, die Struktur des Rumpfes verstärkt und ein Ladetor eingebaut. Danach können die Maschinen bis zu 50 Tonnen Fracht maximal 7.000 Kilometer weit transportieren.

2012 sollen bei den EFW mit insgesamt 1.100 Beschäftigten elf Airbusse umgerüstet werden. 2010 verließ wegen der Wirtschaftskrise keine umgerüstete Maschine das Werk. Die derzeitigen Aufträge lasteten den Traditionsbetrieb bis 2013 aus, hieß es. Weltweit nehme die Zahl der verfügbaren Maschinen der Typen A300/310 für eine mögliche Umrüstung jedoch ab. Deshalb hoffe man künftig auf modernere A330-Maschinen. Bisher habe Airbus allerdings noch kein entsprechendes Umrüstprogramm für diese Langstreckenmaschinen bekanntgegeben, die auch als neue Frachtmaschinen angeboten werden.

Umbau-Aufträge reichen noch bis 2013

Um eine Lücke zwischen den möglichen Frachterumrüstungen beider Generationen schließen zu können, wollen die Dresdner Flugzeugwerke verstärkt die Wartung aller Airbus-Modelle forcieren, wie Sprecher Profitlich sagte. Zurzeit habe dieses Geschäftsfeld noch geringe Bedeutung. Zu den bisherigen Kunden gehören die kanadische Luftwaffe sowie Fluggesellschaften aus der Türkei, aus Katar und Albanien.

Der EFW-Sprecher erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von mehr als 170 Millionen Euro. Die Hälfte davon wird mit Frachterumrüstung, die andere Hälfte mit Komponentenfertigung erwirtschaftet. Die EFW liefern exklusiv alle Fußbodenplatten für sämtliche neue Airbus-Maschinen, dazu Toilettenwände und schusssichere Cockpit-Türen. 90 Prozent des Umsatzes der Komponentensparte werden mit Airbus-Aufträgen erwirtschaftet. Daneben bieten die Flugzeugwerke auch Spezialböden für Straßenbahnen und Kabinentüren für Kreuzfahrtschiffe an.

Stand: 28.11.2011 - 2:16 PM Uhr

Quelle: dapd

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