Artikel vom 15.11.2011 0
DHL übernimmt ersten A300-600-Frachter
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© dpa /Jan Woitas
Roland Werner (l-r, Staatssekretär für Verkehr im sächsischen Wirtschaftsministerium), Markus Otto (Geschäftsführer der European Air Transport Leipzig GmbH) und Andreas Sperl (Geschäftsführer der EADS Elbe Flugzeugwerke Dresden GmbH) stehen am 15.11.2011 vor einem zum Frachtflugzeug umgebauten Airbus A300-600 in Leipzig.
Die Posttochter DHL Express modernisiert ihre europäische Flotte. Am Dienstag wurde der erste zur Frachtmaschine umgebaute Airbus 300-600(F) am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig-Halle an DHL übergeben. Ursprünglich waren nur 13 Maschinen geplant. Jetzt sollen insgesamt 18 umgebaute Frachtflieger bis Mitte 2013 schrittweise anstelle von A300B4-200 am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig-Halle eingesetzt werden.
Den Umbau übernehmen die EADS Elbe-Flugzeugwerke Dresden. Dies sei der größte Auftrag in der Geschichte des Unternehmens, sagte der Geschäftsführer der Flugzeugwerke, Andreas Sperl. «Er beendet zugleich eine schwierige Zeit», sagte er. In der Wirtschaftskrise sei kein einziger Auftrag für den Flugzeugumbau hereingekommen. Die Belegschaft war in Kurzarbeit oder an andere EADS-Standorte ausgeliehen. «Jetzt sind sie alle wieder da», sagte Sperl. Das Unternehmen hat 1.100 Mitarbeiter. Dresden ist außerdem Zulieferer in der EADS-Gruppe.
Alle 18 Flugzeuge seien als gebrauchte Passagiermaschinen von einem großen japanischen Unternehmen gekauft worden, sagte der Geschäftsführer der European Air Transport Leipzig GmbH, Markus Otto. Dabei handelt es sich um JAL Japan Airlines, die die Flugzeuge beim Aufkauf der JAS Japan Air System in die Flotte bekommen hatte. Die DHL-Tochter ist für den gesamten Flugbetrieb am Drehkreuz zuständig. Angaben über die Höhe der Umbaukosten machte Otto nicht.
Die umweltfreundlicheren A300-600R(F) sollen in Europa auf Kurz- und Mittelstrecken eingesetzt werden. Otto betonte, die neuen Flugzeuge seien die leisesten ihrer Klasse. Mit ihrer Einführung würden schrittweise 140 neue Arbeitsplätze geschaffen. Bis 2015 solle zudem die Antonow-Flotte umgerüstet werden. Pro Nacht würden fünf bis sechs von den propellergetriebenen Antonow-Maschinen eingesetzt.
Zwar ist die Großansiedlung ein Jobmotor für die Region, war aber von Beginn an bei Anwohnern wegen des nächtlichen Fluglärms umstritten. Das Bundesverwaltungsgericht beschnitt zwar die bis 2008 uneingeschränkt geltende Nachtflugerlaubnis am Flughafen Leipzig-Halle, ließ Expressflüge aber weiterhin zu.
Das Drehkreuz Leipzig-Halle ist das größte der weltweit drei Logistikdrehscheiben von DHL. Die Posttochter beschäftigt dort 3000 Menschen und investierte 300 Millionen Euro. Mehr als 55 Maschinen transportieren täglich Expressfracht zu weltweit 50 Zielen. Weitere 14 Millionen Euro investiert DHL in ein neues Logistikzentrum in Flughafennähe. Es soll 2014 fertig sein und 175 Arbeitsplätze bringen.
Stand: 15.11.2011 - 3:54 PM Uhr
Quelle: dpa
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