Artikel vom 11.01.2010 0

«WiWo»: Airbus übernimmt sich

Zu viele Projekte gleichzeitig

Bei der EADS-Tochter Airbus drohen die Kosten aus dem Ruder zu laufen, berichtet die «Wirtschaftswoche». Mit den Projekten A400M und A350 sowie anhalten Produktionsproblemen beim A380 sei der Konzern zunehmend personell und finanziell überfordert.

A380-Hangar im Airbus-Werk Toulouse - © © airliners.de - O. Pritzkow -

A380-Hangar im Airbus-Werk Toulouse

Der europäische Flugzeughersteller Airbus droht sich einem Medienbericht zufolge mit seiner Programmvielfalt zu übernehmen. Wie die «Wirtschaftswoche» am Samstag vorab aus Unternehmenskreisen berichtete, befürchtet Airbus-Chef Thomas Enders eine finanzielle und personelle Überforderung «durch zu viele gleichzeitig Ressourcen fressende Entwicklungsprogramme». Enders werde am kommenden Dienstag beim Neujahrsempfang in Sevilla eine «hochkritische Lage für Airbus» schildern.

So drohten der Tochter des Rüstungs- und Raumfahrtkonzerns EADS nicht nur beim Militärtransporter A400M Mehrausgaben. Auch beim Großraumflugzeug A380 liefen die Kosten weiter aus dem Ruder. «Die Produktion des Flugzeugs stagniert, weil der Hochlauf wegen weiterhin vieler Probleme in der Produktion noch immer nicht geschafft ist», zitiert das Magazin einen Manager.

Beim Langstreckenflugzeug A350 fürchten Skeptiker im Unternehmen dem Bericht zufolge, «dass auch dieses Projekt in die Krise gerät». Zudem werde nach Unternehmensschätzungen - wie 2009 - auch 2010 der Gewinn durch den schwachen Dollar um eine Milliarde Euro gedrückt. Airbus erwarte aufgrund der Probleme und Verzögerungen sowie der zurückgehenden Erträge der krisengeschüttelten Fluggesellschaften außerdem massive Abbestellungen. Gleichzeitig müsse Airbus bis 2013 fünf Milliarden Euro in die Entwicklung des A350 stecken.

Wie die «Welt am Sonntag» aus Verhandlungskreisen berichtet, ist eine Einstellung des A400M allerdings unwahrscheinlich. Offenbar werde eine sogenannte Tranchenlösung favorisiert. Die würde vorsehen, dass die Besteller erst einmal eine geringere Stückzahl zum ursprünglich vereinbarten Gesamtpreis von 20 Milliarden Euro abnehmen und sie so zunächst kein zusätzliches Geld ausgeben müssten. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten sie Maschinen nachbestellen, welche dann aber extra berechnet würden.

Stand: 11.01.2010 - 3:11 PM Uhr

Quelle: ddp, airliners.de

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