Artikel vom 15.12.2009 0
Boeing 787 zu Erstflug gestartet
© dpa
Die erste Boeing 787 hebt am 15.12.2009 in Everett ab.
Mit mehr als zwei Jahren Verspätung ist die erste Boeing 787 am Dienstag um 19.27 Uhr MEZ (10.27 Uhr Ortszeit) unter dem erleichterten Beifall Tausender Boeing-Mitarbeiter zu seinem Jungfernflug gestartet. Vom Boeing-Werk in Everett an der US-Westküste hob das Prestigeobjekt ab.
Begleitet von zwei Begleitflugzeugen, soll die Maschine zunächst einige Zeit über dem Pazifik kreisen. Der Testflug soll einem Unternehmenssprecher zufolge insgesamt fünfeinhalb Stunden dauern.
Wenige Stunden vor dem Start hatte Boeing noch eine Verschiebung des Starts wegen schlechten Wetters erwogen.
Die 787 absolvierte am Wochenende die letzten Tests am Boden. Dabei erreichte das Flugzeug eine Geschwindigkeit von 130 Knoten (240 Kilometern pro Stunde) hatte auch kurzzeitig das Bugfahrwerk in der Luft.
Nach dem erfolgreichen Erstflug steht ein ausführliches Testprogramm bevor, bei dem sich der «Dreamliner» in verschiedenen Weltteilen beweisen muss. Wenn die Flugtests erfolgreich sind, soll die 787 ab dem vierten Quartal 2010 an die Kunden ausgeliefert werden.
Technische Herausforderungen
Bei der 787 setzt Boeing so stark wie bei keinem anderen bisherigen Flugzeug auf Kohlefaser statt dem üblichen Aluminium. Das macht die Maschine einerseits deutlich leichter und sparsamer – die 787 soll ein Fünftel weniger Treibstoff verbrauchen.
Dieses Versprechen zog die Fluggesellschaften in Scharen an: Mit 865 Bestellungen ist der «Dreamliner» jetzt schon Boeings erfolgreichstes Flugzeug. Die neuartige Konstruktion sorgte aber auch für Produktionsprobleme und massive Verzögerungen. Das führte zu ersten Abbestellungen und Milliarden-Belastungen. Die zuständigen Boeing- Manager wurden ausgewechselt.
Die jüngsten Schwierigkeiten in der langen Pannenserie betrafen die Verbindung von Rumpf und Tragflächen des High-Tech-Flugzeugs. Deshalb musste der Erstflug im Sommer um knapp ein halbes Jahr verschoben werden.
Die Airbus-Antwort auf den «Dreamliner», die A350, kommt ebenfalls später als zunächst geplant und soll nun 2013 in die Luft gehen. Der europäische Flugzeugbauer hat für die Maschine, die ebenfalls zu einem großen Teil aus Kohlefaser besteht, inzwischen bereits 505 Bestellungen.
Live-Webcast
unter www.boeing.com oder www.newairplane.com
Weitere Informationen
Diskussion im airliners.de-Forum
Stand: 15.12.2009 - 7:45 PM Uhr
Quelle: dpa, AFP, airliners.de
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