Artikel vom 11.12.2009 0
Airbus A400M hebt erstmals ab
Premiere in Sevilla
© Airbus
AIrbus A400M im Flug
Nach jahrelangen Verzögerungen ist der Airbus-Militärtransporter A400M am Freitag zu seinem Erstflug gestartet. Die Maschine hob um 10.16 Uhr im südspanischen Sevilla mit sechs Besatzungsmitgliedern an Bord ab.
Drei Stunden und 47 Minuten später brachten der britische Cheftestpilot Edward Strongman und sein spanischer Co-Pilot Ignacio Lombo dann den Jungfernflug mit einer Bilderbuchlandung zu einem erfolgreichen Abschluss. Die Maschine flog das angesetzte maximale Testprogramm vollständig. Weil alles nach Plan lief, probten die Piloten auch den Langsamflug und Manöver auf verschiedenen Höhen.
Jetzt stehen bis 2011 rund 3.700 weitere Testflugstunden für das - laut Airbus - "Transportflugzeug des 21. Jahrhunderts" an. Bis Mitte 2010 würden drei weitere Maschinen in das Testprogramm integriert.
Das größte europäische Rüstungsprojekt ist insgesamt deutlich mehr als drei Jahre im Verzug und die Plankosten von 20 Milliarden Euro werden vermutlich um fast 40 Prozent überschritten.
Die erste Maschine könnte frühestens Ende 2012 an Frankreich gehen. Deutschland, das mit 60 Maschinen größtes Abnehmerland ist, wird damit seine erste Maschine nicht vor 2013 erhalten.
Die zuständigen Staatssekretäre Deutschlands und der sechs anderen A400M-Partnerstaaten wollten am Rande der Startfeiern in Sevilla weiter über neue Bedingungen für die Lieferung der 180 bestellten Flugzeuge mit Airbus verhandeln. Bis Silvester soll eine Einigung erzielt werden. Die entscheidende Frage lautet: Wer übernimmt die entstandenen Mehrkosten in Höhe von 5,3 Milliarden Euro? Davon könnten auf Deutschland bis zu 1,7 Milliarden Euro entfallen.
Airbus-Geschäftsführer Fabrice Brégier rief die Staaten auf, «eine Preiserhöhung zu akzeptieren und die Risiken «nach dem Vorbild militärischer Programme» zu teilen. «Das wird keine Preiserhöhung in der Größenordnung von drei Prozent sein; sie wird signifikant», erklärte Brégier dem Pariser Finanzblatt «La Tribune» (Freitag).
Die A400M soll große Lasten schnell über weite Strecken transportieren können. Sie soll als Zivilflugzeug zertifiziert werden, um zum Beispiel schweres Räumgerät über normale Flugkorridore in Katastrophengebiete bringen zu können. Die vollwertige Endversion soll erst 2015 an die Kunden gehen, also sechs Jahre hinter dem Zeitplan.
Stand: 11.12.2009 - 4:21 PM Uhr
Quelle: dpa, AFP, ddp, airliners.de
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