Nach Germanwings-Unglück: Piloten sollen besser kontrolliert werden

30.06.2015 - 17:15 0 Kommentare

Muss es Veränderungen bei der Cockpit-Sicherheit geben? Wie kann die Flugtauglichkeit von Piloten besser überprüft werden? Damit hat sich die Taskforce zur Germanwings-Katastrophe beschäftigt und jetzt einen Zwischenbericht herausgegeben.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU, li.) mit dem Leiter der Taskforce, BDL-Chef Matthias von Randow.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU, li.) mit dem Leiter der Taskforce, BDL-Chef Matthias von Randow.
© dpa - Stephanie Pilick

Blumen liegen vor der Germanwings-Zentrale in Köln.

Blumen liegen vor der Germanwings-Zentrale in Köln.
© dpa - Oliver Berg

Briefe am Flughafen Düsseldorf erinnern an die Opfer von Flug 4U9525.

Briefe am Flughafen Düsseldorf erinnern an die Opfer von Flug 4U9525.
© dpa - Maja Hitij

Rettungskräfte sammeln Wrackteile der abgestürzten Germanwings-Maschine ein.

Rettungskräfte sammeln Wrackteile der abgestürzten Germanwings-Maschine ein.
© EPA/Ministère Intérieur - Yves Malenfer

Trümmerteil der abgestürzten Germanwings-Maschine

Trümmerteil der abgestürzten Germanwings-Maschine
© EPA, dpa - Guillaume Horcajuelo

Stimmenrekorder der abgestürzten A320 der Germanwings

Stimmenrekorder der abgestürzten A320 der Germanwings
© Bureau d'Enquêtes et d'Analyses (BEA)

Ein von der französischen Untersuchungsbehörde BEA zur Verfügung gestelltes Foto des Flugdatenrekorders der am 24.03.2015 abgestürzten Germanwings-Maschine.

Ein von der französischen Untersuchungsbehörde BEA zur Verfügung gestelltes Foto des Flugdatenrekorders der am 24.03.2015 abgestürzten Germanwings-Maschine.
© BEA - Bureau d'Enquêtes et d'Analyses

Der rote Stern markiert die Absturzstelle der Germanwings-Maschine.

Der rote Stern markiert die Absturzstelle der Germanwings-Maschine.
© dpa - Peter Kneffel

Als Lehre aus der Germanwings-Katastrophe sollen Piloten besser kontrolliert werden. Das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bei der Vorstellung des Zwischenberichts einer Arbeitsgruppe am Dienstag in Berlin. So soll geprüft werden, wie die Kontrollen auf Medikamente, Drogen oder Alkohol intensiviert werden können. Die mögliche Einführung stichprobenartiger Zufallskontrollen von Piloten nach US-Vorbild werde von einer neuen Arbeitsgruppe analysiert, so Dobrindt.

Zu den weiteren Empfehlungen der Taskforce zählen eine stärkere Sensibilisierung der Fliegerärzte für psycho-soziale Störungen und die verpflichtende Einrichtung von Anlaufstellen auf europäischer Ebene. An diese können sich Piloten und Crewmitglieder wenden, wenn sie bei sich selbst oder ihren Kollegen Auffälligkeiten beobachten.

Sicherheitsmechanismus der Cockpittür soll erhalten bleiben

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich auch mit dem Mechanismus der Cockpittür. Der Sicherheitsmechanismus der Tür muss "unbedingt erhalten bleiben", heißt es in dem Zwischenbericht. Nur so sei gewährleistet, dass nicht autorisierte Personen keinen Zugang zum Cockpit bekommen würden.

Die Beratungen der Taskforce finden unter dem Dach des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) statt. Ihr gehören unter anderem Fachleute der Fluggesellschaften und Flugzeughersteller, Flugmediziner, das Verkehrsministerium, das Luftfahrt-Bundesamt und Vertreter der Piloten sowie des Kabinenpersonals an. Die Taskforce war nach dem Germanwings-Unglück gegründet worden.

airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef denkt über unangemeldete Pilotenchecks nach

Bei dem Absturz am 24. März in den französischen Alpen waren alle 150 Menschen an Bord gestorben. Der Co-Pilot hatte psychische Probleme, nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sperrte er seinen Kollegen aus dem Cockpit aus und brachte die Maschine absichtlich zum Absturz.

Einige Airlines hatten nach der Katastrophe die "Zwei-Personen-Regel" eingeführt. Sie besagt, dass immer zwei Besatzungsmitglieder im Cockpit sein müssen. Die Arbeitsgruppe plädierte dafür, die Regel zu erhalten.

Download Zwischenbericht Taskforce (PDF, 322 KB)

Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525.

Von: airliners.de, AFP, dpa
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