Taskforce hält an Cockpittür-Regeln fest

27.01.2016 - 16:51 0 Kommentare

Wie sicher soll und darf ein Cockpit sein? Seit dem tragischen Germanwings-Absturz wird verstärkt über diese Frage debattiert. Jetzt legte eine eigens gegründete Arbeitsgruppe ihren Abschlussbericht vor.

Cockpitcrew in einem Airbus A320 - © © AirTeamImages.com - TT

Cockpitcrew in einem Airbus A320 © AirTeamImages.com /TT

Die nach der Germanwings-Katastrophe im März 2015 eingerichtete Arbeitsgruppe zur Flugsicherheit empfiehlt, das Schließsystem von Cockpittüren kurzfristig nicht zu verändern. Langfristig regen die Experten jedoch an, bei der Neuentwicklung von Flugzeugen über eine Schleuse zwischen Kabine und Cockpittür sowie Toiletten im geschützten Bereich nachzudenken. Das geht aus dem am Mittwoch präsentierten Abschlussbericht der Taskforce hervor.

Cockpittüren waren nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 verstärkt und zusätzlich mit einem elektronischen Zugangscode gesichert worden, um ein unerlaubtes Eindringen unbefugter Personen zu verhindern. Genau dies wurde den Insassen des Germanwings-Fluges am 24. März höchstwahrscheinlich zum Verhängnis: Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Copilot seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht.

Wenige Tage nach dem Absturz hatten die Fluggesellschaften ihre Sicherheitsvorschriften verschärft. Den neuen Prozeduren zufolge muss das Cockpit immer mit mindestens zwei Besatzungsmitgliedern besetzt sein.

Hilfsangebot soll europaweit verbindlich werden

Aus Sicht der Taskforce haben sich Anlaufstellen bewährt, an die sich Besatzungsmitglieder wenden können, wenn sie bei sich selbst oder bei Kollegen psychische Probleme feststellen und Beratung suchen. Dieses Präventions- und Hilfsangebot gelte es weiter zu stärken und europaweit verbindlich zu machen. Außerdem sollten Fluggesellschaften und deren Bordpersonal noch mehr für psychische Erkrankungen sensibilisiert werden, hieß es in dem Abschlussbericht.

© dpa, Stephanie Pilick Lesen Sie auch: BDL für europaweite Regelung bei unangemeldeten Pilotentests

Kein einheitliches Meinungsbild ergab sich beim Thema Zufallskontrollen von Piloten auf den Konsum von Medikamenten, Drogen und Alkohol. Für derartige Stichprobentests gibt es zurzeit nach Darstellung des Bundesverkehrsministeriums weder europaweit noch in Deutschland eine Rechtsgrundlage. In den USA und Australien haben sich Zufallskontrollen demnach in der Vergangenheit bewährt. Die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit lehnt die zufälligen Kontrollen ab.

Der Arbeitsgruppe unter dem Dach des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gehören Fluggesellschaften, Piloten, Flugbegleiter, Hersteller sowie psychologische und psychiatrische Sachverständige und Flugmediziner an. Mitte vergangenen Jahres hatte sie bereits einen Zwischenbericht herausgegeben.

Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525.

Von: gk, dpa
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