Tarifvertrag für Kabinenpersonal bei Eurowings steht

04.03.2019 - 18:04 0 Kommentare

Verdi und Ufo verkünden den Durchbruch bei den Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal von Eurowings in Deutschland. Man habe ein "tarifeinheitliches Ergebnis" erzielt. Schon in zwei Wochen werden die vier Einzelverträge wirksam.

Flugbegleiterin von Eurowings. - © © Eurowings - Athenea Diapouli-Hariman

Flugbegleiterin von Eurowings. © Eurowings /Athenea Diapouli-Hariman

Eurowings hat mit den Gewerkschaften Verdi und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo ein "tarifeinheitliches Ergebnis" für die rund 1000 Kabinenbeschäftigten des deutschen Ablegers der Billig-Airline erzielt. Das Tarifwerk umfasse neben einer Gehaltserhöhung, verbesserten Einsatzbedingungen sowie der Einführung einer Ergebnisbeteiligung auch eine betriebliche Altersvorsorge, teilten die Gewerkschaften mit.

"Das Verhandlungsergebnis beendet das Tarifchaos und schafft sichere und stabile Einsatzbedingungen für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter", sagte Verdi-Verhandlungsführer Volker Nüsse. Verdi und Ufo hatten das Gesamtpaket parallel mit der Lufthansa-Billigtochter verhandelt. Eurowings bestätigte gegenüber der dpa, dass man eine Einigung erzielt habe, wollte sich aber nicht öffentlich zu den Details äußern.

Laut Gewerkschaften wurden vier einzelnen Tarifverträge mit unterschiedlichen Laufzeiten abgeschlossen. Das Vertragswerk gilt für die bei Eurowings Deutschland angestellten Mitarbeiter, sowie für das in München stationierte Personal.

Die Basis in München nimmt eine Sonderrolle ein, da sie von der österreichischen Schwester Eurowings Europe betrieben wird. Damit ist die Zuständigkeit der deutschen Arbeitnehmervertreter eigentlich nicht gegeben. Gleichzeitig ist wegen tarifrechtlicher Grenzen aber die österreichische Gewerkschaft Vida außen vor. Daher werden die Mitarbeiter von deutschen Gewerkschaften vertreten.

Tarifwerk besteht aus vier einzelnen Tarifverträgen

Der Manteltarifvertrag regelt die Einsatzbedingen des Kabinenpersonals. Strittig waren hier in der Vergangenheit besonders die Standby-Zeiten und der Umgang mit Flugplanänderungen. In beiden Fällen habe man Lösungen gefunden. So darf die tägliche Dienstzeit nur noch in Ausnahmefällen 14 Stunden überschreiten. Auch ein Standby-Dienst darf von Beginn bis zum Ende eines daraus resultierenden Flugdienstes die 14 Stunden nicht mehr überschreiten. Neu ist auch, dass die Anzahl an Dienstplanänderungen auf fünf pro Monat beschränkt wird. Allerdings gelten Änderungen unter 90 Minuten nicht als Änderung. Der Tarifvertag läuft bis zum 30. September 2020.

Der Tarifvertrag Vergütung sieht unter anderem Gehaltssteigerungen für das Kabinenpersonal vor. So werden die Gehälter des Kabinenpersonals ab April für die Laufzeit bis zum Ende der Gültigkeit am 31. Dezember 2019 um zwei Prozent angehoben.

Der Tarifvertrag Ergebnisbeteiligung soll die Mitarbeiter am Gewinn der Airline beteiligen. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2022 und regelt das Kräfteverhältnis der der Ergebnisbeteiligung der Konzern-Airlines. Für 2018 sieht diese einen Anteil von 60 Prozent der Eurowings Group und 40 Prozent Lufthansa vor. 2020 soll dann der Anteil von Eurowings auf 70 Prozent steigen und der der Lufthansa auf 30 Prozent fallen. Die Quoten für 2021 und 2022 sollen in kommenden Verhandlungen festgelegt werden.

Zusätzlich hat man sich auch auf die Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge geeinigt. Hier muss der eigentliche Tarifvertrag laut Gewerkschaften noch redaktionell ausformuliert werden. Die Eckpunkte stehen allerdings fest. Der Arbeitgeber zahlt ab dem 1. April monatlich vier Prozent des Gehalts in eine neue Altersversorgung ein. Rückwirkend zum 1. Januar legt Eurowings drei Prozent zurück.

Verdi lässt Mitarbeiter abstimmen

Laut Ufo ist der Tarifvertrag bereits abgeschlossen. Nüsse sagte zu airliners.de, dass die Tarifkommission die Ergebnisse einstimmig zur Mitgliederbefragung angenommen habe und die Annahme empfehle. Alle Seiten hätten nun bis 22. März ein Widerspruchsrecht. Im Anschluss erfolgen die Unterschriftsverfahren. Verdi hatte bereits angekündigt, ihre Mitglieder über die ausgehandelten Ergebnisse bis zu diesem Datum abstimmen zu lassen.

Mit der Aushandlung der Tarifwerke ist die Arbeit bei Eurowings aber für die Gewerkschaften noch nicht getan. Nüsse teilte mit, dass man sich als nächstes um einen Tarifvertrag Teilzeit und eine Lösung für die Personalvertretung kümmern werde.

Von: br
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