Tarifverträge bei Air Berlin werden offenbar neu verhandelt

13.07.2017 - 14:53 0 Kommentare

Air Berlin muss sparen. Darum sollen laut eines Medienberichts die Tarifverträge neu verhandelt werden. Verdi macht demnach dabei mit. Eine andere Gewerkschaft sieht in den Plänen ein Indiz für eine bestimmte Sache.

Die Personalkosten von Air Berlin sollen gesenkt werden. Foto: © dpa, Caroline Seidel

Bei der finanziell angeschlagenen Air Berlin soll neu über Tarifverträge verhandelt werden. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf ein Schreiben der Gewerkschaft Verdi. Demnach sollen zeitnah Tarifverhandlungen für das Technik-, Boden- und Kabinenpersonal verhandelt werden.

Damit die Arbeitsplätze erhalten werden könnten, müssten die Kosten des Flugbetriebs an die von "namhaften Wettbewerbern mit Crews in Deutschland" angepasst werden, zitiert die Zeitung aus dem Papier. Laut dem Bericht hätten sich Gewerkschaft und Geschäftsführung darauf geeinigt.

Ufo sieht Anzeichen für Übernahme

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo sieht laut "Welt" in den Neuverhandlungen in Indiz dafür, dass die Airline verkauft werden soll. "Wir haben große Sorge, dass die Tarife abgesenkt werden sollen, damit Air Berlin von Eurowings übernommen werden kann", so Ufo-Sprecher Nicoley Baublies.

Die Lufthansa Group, zu der die Billigplattform Eurowings gehört, hat bereits offen Interesse gezeigt. Sie will Air Berlin jedoch nur haben, wenn die Schuldenfrage geklärt ist. Diese müsse von der Großaktionärin Etihad gelöst werden.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Das bringt der Lufthansa eine Air-Berlin-Übernahme Analyse

Air Berlin ist schon jetzt für die Lufthansa Group unterwegs. Im Rahmen eines Mietgeschäfts heben 38 Maschinen für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines ab. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte kürzlich, er könne sich einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Air Berlin vorstellen.

Die Kooperation mit Lufthansa ist ein Teil des großen Umbau- und Sparplans, mit dem Air Berlin wieder schwarze Zahlen schreiben will. Zur Strategie gehören unter anderem auch der Fokus auf das Langstreckengeschäft und die Suche nach einem Partner. Im vergangenen Jahr hatte Air Berlin einen Rekordverlust von 782 Millionen Euro verzeichnet.

Von: ch
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Der österreichische Ferienflieger Niki ist eine Tocher von Air Berlin. Niki bekommt erste Crew-Basis in Deutschland

    Premiere für die Niki: Am Flughafen Düsseldorf entsteht die erste Crew-Basis der österreichischen Air-Berlin-Tochter in Deutschland. Air Berlin selbst konzentriert sich künftig noch stärker auf den NRW-Flughafen.

    Vom 13.07.2017
  • Flugbegleiterinnen der Eurowings (li.) und Lufthansa. Beide Airlines gehören zur Lufthansa Group. Verfassungsrichter billigen Gesetz zur Tarifeinheit

    Das Bundesverfassungsgericht hat das Tarifeinheitsgesetz weitestgehend gebilligt - und somit die Klagen von Ufo und Vereinigung Cockpit abgewiesen. Doch das Gericht fordert Nachbesserungen bei dem Gesetz.

    Vom 11.07.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus