Luftsicherheitskräfte bekommen in mehreren Bundesländern mehr Geld

14.01.2016 - 09:51 0 Kommentare

Arbeitgeber und Gewerkschaft haben sich jetzt über neue Tarife für die Sicherheitskräfte an den Flughäfen in mehreren Bundesländern geeinigt. Gleichzeitig gibt es erste Diskussionen über einen bundesweit einheitlichen Lohntarifvertrag für das Sicherheitsgewerbe.

Ein Fluggastkontrolleur tastet am Flughafen Köln/Bonn mit einer Handsonde einen Passagier ab.  - © © dpa - Oliver Berg

Ein Fluggastkontrolleur tastet am Flughafen Köln/Bonn mit einer Handsonde einen Passagier ab. © dpa /Oliver Berg

Ganz ohne Streiks sind jetzt die Tarifverhandlungen für die Sicherheitskräfte an den Flughäfen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg abgeschlossen worden. Darüber informierte der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft. Rückwirkend zum Jahresbeginn gibt es bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr nun unter anderem mehr Geld für die betroffenen Beschäftigten.

In der Entgeltgruppe 1 erhöht sich beispielsweise der Stundenlohn um 8,7 Prozent auf 10 Euro. In der Entgeltgruppe 2 gibt es nun 13 Euro pro Stunde. Den Angaben zufolge entspricht dies einem Plus von 10,2 Prozent gegenüber dem bisherigen Stundenlohn.

Zuvor waren die Gepräche Mitte Dezember ergebnislos vertagt worden. Am Donnerstag, 14. Januar, finden nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Tarifverhandlungen in Hessen statt. Verhandelt wird demnach aktuell auch in Bayern - dort stehen weitere Termine noch nicht fest.

Derzeit gibt es noch in jedem Bundesland einen eigenen Tarifvertrag, der die Bezahlung regelt. Doch das könnte sich ändern. "Verdi führt derzeit erste Diskussionen mit dem Arbeitgeberverband BDSW über die Möglichkeit eines bundesweit einheitlichen Lohntarifvertrags für alle Berufe im Sicherheitsgewerbe", teilte Gerd Denzel, zuständigen Gewerkschaftssekretär auf Bundesebene, auf Nachfrage von airliners.de mit. Ziel sei, die großen regionalen Spreizungen bei den Löhnen abzubauen. Der oberste Stundenlohn im Bereich Wach- und Sicherheitsdienst liegt nach Gewerkschaftsangaben bei 16,29 Euro in Baden-Württemberg, der niedrigste knapp über dem Mindestlohn.

© BDSW, BDSW-Fachverbandschef im Interview: "Es bleibt abzuwarten, ob es wieder zu Streiks kommen wird"

Momentan gehe der Trend am Flughafen und seitens der Arbeitgeber immer mehr zu Teilzeitstellen mit versetzter Arbeitszeit, um Löhne einzusparen, so Denzel weiter. Das bedeute beispielsweise, dass Beschäftigte drei Stunden am Vormittag und drei Stunden am Nachmittag zur Arbeit eingeteilt werden. "Es ist also kein Wunder, dass sich viele Personen angenehmere und zum Teil auch besser bezahlte Vollzeitstellen suchen", erklärte er.

Manteltarifvertrag wurde bereits ausgehandelt

Zur Sicherheitsbranche gehören die Beschäftigten des Wach- und Sicherheitsgewerbes sowie die Luftsicherheitsassistenten, die die Passagier- und Gepäckkontrollen an den Flughäfen durchführen. Ende 2013 war ein erster Branchentarifvertrag Aviation für die Luftsicherheitskräfte an den deutschen Flughäfen festgezurrt worden. In dem Manteltarifvertrag wurde unter anderem die Ausgestaltung des Themas Arbeitszeit geregelt.

In vielen Ländern ist Luftsicherheit ein Thema, das der Staat nicht in private Hände gibt. Das wäre auch eine Option für Deutschland, "und der Flughafen München zeigt, dass es möglich war und ist, solche Aufgaben in staatlichen Händen zu belassen", so Denzel. Wichtige Dienstleistungen für die Allgemeinheit müssten durch den Staat erbracht werden. Leider sei das Interesse an einer sinnvollen staatlichen Hoheitspolitik in der Vergangenheit fast immer Sparzwängen untergeordnet worden, mit der Folge, dass sich die Bedingungen für die Beschäftigten deutlich verschlechtert haben. Eine Gesellschaft, die Sicherheit nicht nur an den Flughäfen gross schreibt, müsse sich Gedanken darüber machen, was ihr eine so wichtige Aufgabe wie Kontrollen an Flughäfen wert ist.

Wer sorgt für die Passagier- und Gepäckkontrollen?

Die Passagier- und Gepäckkontrolle ist Aufgabe des Staates. Darum beauftragt die Bundespolizei private Sicherheitsdienstleister. Die einzige Ausnahme ist Bayern. Hier kontrolliert aus historischen Gründen eine landeseigene Gesellschaft. Die in Deutschland beauftragten Dienstleister sind Mitglied im Arbeitgeberverband der Sicherheitsdienstleister (BDSW). Letzterer verhandelt mit der Gewerkschaft Verdi jetzt über neue Tarifverträge auf Landesebene.

Von: gk
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