Tarifverhandlungen am Flughafen Hahn beginnen

09.11.2017 - 12:15 0 Kommentare

Am Hunsrück-Airport Hahn beginnen die Tarifverhandlungen für die rund 300 Beschäftigten. Das, was die Gewerkschaften fordern und das, was der Arbeitgeber bietet, liegt zum Auftakt naturgemäß sehr weit auseinander.

Ryanair Maschine in Frankfurt-Hahn - © © Flughafen Frankfurt-Hahn -

Ryanair Maschine in Frankfurt-Hahn © Flughafen Frankfurt-Hahn

Nach der Privatisierung des Flughafens Hahn klaffen bei den ersten neuen Tarifverhandlungen für die rund 300 Beschäftigten die Forderungen von Gewerkschaften und Arbeitgebern weit auseinander. Die beiden Gewerkschaften Verdi und dbb verlangten auch mit Verweis auf das gute Wirtschaftswachstum ein Lohnplus von neun Prozent, wie ein Verdi-Sprecher mitteilte.

Verdi-Verhandlungsführer Andreas Jung erinnerte an die früheren "sehr geringen Erhöhungen", um den Verkauf der rheinland-pfälzischen Hahn-Anteile von 82,5 Prozent an den chinesischen Konzern HNA nicht zu gefährden. Das Land Hessen hält noch 17,5 Prozent an dem Hunsrück-Airport.

Arbeitgeber wollen Wochenarbeitszeit erhöhen

Die Arbeitgeber forderten laut ihrem Verhandlungsführer Christoph Goetzmann ein Minus von fünf Prozent, eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit um drei auf 42 Stunden und eine Kürzung der jährlich 28 bis 30 Urlaubstage um zwei Tage. Mit Blick auf das Defizit des Flughafens von 14,1 Millionen Euro im Jahr 2016 und 17,4 Millionen im Jahr 2015 sagte Goetzmann: "Es geht ganz klar um das Überleben des Flughafens."

Personalie

Der frühere FDP-Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler verlässt das Weltwirtschaftsforum (WEF) und wechselt zum chinesischen Mischkonzern HNA. Rösler werde zum 1. Dezember Chef der Hainan Cihang Charity Foundation mit Sitz in New York, einer gemeinnützigen Stiftung, die 29,5 Prozent der Anteile an HNA hält. Das sagte ein WEF-Sprecher. Der Wechsel des 44-jährigen Rösler gilt als Zeichen, dass HNA sich noch stärker auf Europa und vor allem Deutschland fokussieren will. (dpa-AFX)

Der mehrstündige Verhandlungsauftakt sei von sehr konträren Forderungen, aber auch von gegenseitigem Respekt geprägt worden. Die Fortsetzung der Tarifverhandlungen ist am 28. November geplant.

Von: cs, dpa
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