Tarifstreit: Lufthansa-Flugbegleiter nehmen Schlichtungsergebnis an

25.08.2016 - 09:37 0 Kommentare

Erleichterung bei der Lufthansa: Die Flugbegleiter akzeptieren die mühsam erreichten Ergebnisse der Schlichtung. Streikgefahr droht damit nur noch von den Piloten.

Flugbegleiter der Lufthansa - © © Lufthansa - Gregor Schläger

Flugbegleiter der Lufthansa © Lufthansa /Gregor Schläger

Die Gefahr neuer Flugbegleiter-Streiks bei der Lufthansa ist endgültig abgewendet. Bei der am Mittwochabend abgelaufenen Urabstimmung stimmten 87,36 Prozent für die Annahme des Schlichtungsergebnisses im Tarifstreit. Das teilte die Gewerkschaft Ufo mit. Nunmehr könnten die erzielten Kompromisse in umfangreichen Redaktionsverhandlungen in konkrete Tarifverträge umgesetzt werden.

Für eine Annahme war die Zustimmung von 50 Prozent notwendig. Damit ist die letzte Hürde genommen, um das vom früheren SPD-Politiker Matthias Platzeck erreichte und Anfang Juli bereits vorgestellte Schlichtungsergebnis umzusetzen.

Tarifverträge gelten für rund 19.000 Flugbegleiter

Lufthansa begrüßte die Zustimmung der Ufo-Mitglieder. Es sei ein langfristiger Tariffrieden geschlossen worden. Die verschiedenen Veränderungen in der Alters- und Übergangsversorgung und der Vergütungsstruktur bedeuteten für die Lufthansa Group jährliche Einsparungen im mittleren zweistelligen Millionen Euro Bereich, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Die neuen Vereinbarungen sollen die Pensionsverbindlichkeiten der Lufthansa Group zusätzlich um einen oberen dreistelligen Millionenbetrag entlasten.

Einzelne der 29 angestrebten Tarifverträge sollen bis ins Jahr 2023 gelten. Sie sollen nach nun anstehenden Redaktionsverhandlungen die Arbeitsbedingungen, Ruhestandszahlungen und Verdienstmöglichkeiten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa regeln.

© dpa, Britta Pedersen Lesen Sie auch: Lufthansa-Flugbegleiter bekommen mehr Geld und Extra-Ausbildung

Enthalten sind Einkommenssteigerungen um gut fünf Prozent zwischen Januar 2016 und Juni 2019. Auch eine Beschäftigungsgarantie bis 2021 und ein neues System der Alters- und Übergangsversorgung wurden vereinbart.

Ufo hatte im vergangenen November 2015 den härtesten Streik in der Geschichte der Lufthansa organisiert, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Noch offen ist der Tarifkonflikt der Lufthansa mit den Piloten, die bereits 13 Mal gestreikt haben. Hier sind die Gespräche derzeit unterbrochen, Streiks sind wieder eine Option.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Hoher Bedarf an Flugbegleitern stellt Airlines vor Herausforderungen

Von: ch, dh, dpa-AFX
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