Tariflösung bei Eurowings Europe steht offenbar bevor

26.01.2018 - 13:44 0 Kommentare

Noch ist die österreichische Eurowings Europe tariflos. Doch die Gewerkschaft Vida ist zuversichtlich, Anfang Februar eine entsprechende Einigung zu erzielen. Dies hätte auch Auswirkungen auf Niki- und ehemalige Air-Berlin-Mitarbeiter.

Eine Flugbegleiterin der neuen Eurowings. - © © dpa - Oliver Berg

Eine Flugbegleiterin der neuen Eurowings. © dpa /Oliver Berg

In den Tarifverhandlungen zwischen der österreichischen Eurowings Europe und der Gewerkschaft Vida zeichnet sich offenbar eine Lösung ab: "Ich bin zuversichtlich, dass wir größere Meilensteine bereits bei unserer nächsten Verhandlungsrunde am 5. Februar erreichen könnten", so Vida-Chef Johannes Schwarcz. Eurowings bestätigt auf Anfrage "konstruktive Gespräche", will dies aber nicht weiter kommentieren.

Laut Schwarcz sei es gelungen, "wichtige Pfeiler für eine attraktive Entlohung und faire Arbeitsbedingungen einzuschlagen". "Jetzt gilt es, alles in einen Kollektivvertrag zu gießen." Eurowings Europe betreibt als tariflose Tochter des Lufthansa-Low-Cost-Carriers unter anderem die Basen an den Flughäfen in Palma de Mallorca, Salzburg und Wien.

Viele Mitarbeiter wollen wechseln

Nach zwei Jahren Verhandlungsstillstand sind die Gespräche Mitte Dezember wieder aufgenommen worden. Beide Seiten schwiegen seitdem zu diesem Thema. Unmut hatte es zuletzt gegeben, weil viele ehemalige Air Berliner zu deutschen Konditionen bei Eurowings Europe angestellt werden sollten.

© AirTeamImages.com, Paul Marais-Hayer Lesen Sie auch: Eurowings verärgert Stammpersonal in Österreich

Da Eurowings sich mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit auf einen neuen Tarifvertrag einigte, sollen Air Berliner auch in Deutschland angestellt werden.

Mit Blick auf eventuelle "Niki-Wechsler" - also Mitarbeiter des österreichischen Ferienfliegers, die eine Anstellung bei Eurowings Europe anstreben -, sagte der dortige Betriebsratschef Ralph Schönfelder: "Wenn die Verhandlungen in jenem Tempo wie in den vergangenen Wochen weiterlaufen, gehe ich davon aus, dass die vielen Kollegen, die sich bei Eurowings Europe beworben haben, in ein tarifiertes Unternehmen mit attraktiven Arbeitsbedingungen einsteigen können."

Tarifexperte Eckhard Bergmann zu der bevorstehenden Einigung: "Möglich, dass man über einen Kollektivvertrag bei Eurowings Europe die viel kritisierten, sehr unterschiedlichen Niveaus der Beschäftigungsbedingungen angleichen möchte, um sich mittelfristig kontraproduktive hausinterne Diskussionen darüber zu erparen."

In Österreich ist die Arbeitnehmervertretung des fliegenden Personals getrennt in zwei Gewerkschaften organisiert: GPA und Vida. Schwarcz drängt daher auf eine branchenweite Tariflösung: "Gerade angesichts des steigenden Wettbewerbs am Flughafen Wien mit der voraussichtlichen Ankunft von Vueling, Wizz Air, Easyjet und eines möglichen Langsteckencarriers (Level) brauchen wir eine faire Branchenlösung in der Airline-Welt." Hier sieht er auch die österreichische Wirtschaftskammer in der Pflicht.

Von: cs
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