Schlichterspruch angenommen Tarifkonflikt bei Lufthansa beigelegt

11.12.2012 - 11:23 0 Kommentare

Der von Streiks begleitete Tarifkonflikt der Lufthansa-Flugbegleiter ist beigelegt. Die Mitglieder der Kabinengewerkschaft Ufo haben dem Schlichtungsergebnis zugestimmt. Doch die nächsten Berufsgruppen stehen mit ihren Forderungen bereits vor der Tür.

Ein Besatzungsmitglied posiert am 19. Mai 2010 am Airbus-Standort in Hamburg vor der Auslieferung des ersten Airbus A380 für die Lufthansa in der Economy Class. - © © dpa - Maurizio Gambarini

Ein Besatzungsmitglied posiert am 19. Mai 2010 am Airbus-Standort in Hamburg vor der Auslieferung des ersten Airbus A380 für die Lufthansa in der Economy Class. © dpa /Maurizio Gambarini

Der Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft UFO ist endgültig beigelegt. Bei einer Urabstimmung der Gewerkschaft stimmten 85,08 Prozent für eine Annahme des Ergebnisses der Schlichtung, wie die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Dienstag in Mörfelden-Walldorf nahe Frankfurt am Main mitteilte. Über 71 Prozent der Mitglieder hätten sich an der Abstimmung beteiligt.

Der monatelange Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren 18.000 Flugbegleitern war Mitte November mit dem Schlichterspruch Rürups beigelegt worden. Dieser sieht für das kommende Jahr ein Lohnplus von fast 4,6 Prozent vor. Zudem will die Fluggesellschaft auf betriebbedingte Kündigungen bis Ende 2014 verzichten.

Gewerkschaft und Unternehmen befürworteten das Ergebnis. «Wir sind überzeugt, dass dieser Abschluss ein guter Grundstein für eine langfristige und solide Tarifarbeit sein wird», erklärte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Ein Lufthansa-Sprecher begrüßte die Zustimmung der Belegschaft. Als erste Großgruppe im Konzern hätten die Flugbegleiter ihren Beitrag zum Ergebnisverbesserungsprogramm «Score» geleistet und damit ein Signal an die anderen Berufsgruppen im Konzern gegeben.

Einheitliches Tarifgefüge und höhere Einstiegsgehälter

Alle Vollzeit-Mitarbeiter bekommen mit der Annahme des neuen Tarifwerks einmalig 320 Euro. Hinzu kommen Zahlungen, die abhängig von der bisherigen Gehaltsstufe sind. Vor allem aber werden die sogenannten Vorschaltstufen abgeschafft, nach denen bisher rund 6.000 Mitarbeiter bezahlt wurden. Sie werden in das bisherige Tarifgefüge eingruppiert, wovon vor allem Stewards und Stewardessen mit geringem Gehalt profitieren.

Allerdings steigen die Gehälter von nun an langsamer als bisher. Das bisherige Einstiegsgehalt von 1.533 Euro erhöht sich im neuen Tarifsystem auf 1.670 Euro. Allerdings kann das Gehalt künftig maximal auf 3.700 Euro steigen, nicht mehr auf 4.400 Euro.

Aktuell verhandelt die Lufthansa Tarife mit der Gewerkschaft Verdi vorwiegend für das Bodenpersonal und mit der Vereinigung Cockpit für die Piloten. Auch bei der Tochter Germanwings, die ab 2013 weite Teile des Europageschäfts übernehmen soll, stehen Verhandlungen für die Piloten und die Kabinenmitarbeiter an.

Von: AFP, dpa-AFX, dpa, dapd
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