Tarifeinigung für deutsche Ryanair-Piloten zieht sich weiter

04.03.2019 - 10:35 0 Kommentare

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und Ryanair kommen sich in Sachen Tarifvertrag näher. Die Vergütung ist durch, jetzt geht es unter anderem um einen Sozialplan für Piloten, die von Personalreduzierungen an deutschen Basen betroffen sind.

Piloten von Ryanair im Cockpit. - © © Ryanair -

Piloten von Ryanair im Cockpit. © Ryanair

Die deutsche Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) erwartet demnächst einen Durchbruch bei den Tarifgesprächen mit Ryanair. So habe man sich nun darauf verständigt, dass die bereits im Dezember festgelegte Gehaltstabelle für in Deutschland stationierte Ryanair-Piloten in einen ersten Vergütungstarifvertrag einfließen werde.

Der bislang "sehr hohe variable Anteil" am Pilotengehalt soll demnach reduziert und das Grundgehalt erhöht werden. Für Kapitäne könnte das vorherigen Angaben nach eine Gehaltssteigerung um rund 30 Prozent auf 100.000 Euro im Jahr bedeuten. Die Tabelle sieht auch jährliche Gehaltssteigerungen vor.

Ryanair teilte mit, man habe sich mit den Piloten über einen Vergütungstarifvertrag geeinigt. Der Gesamtarbeitsvertrag könne bis Ende März unterzeichnet werden. Die Pilotengewerkschaft sprach von einer Unterzeichnung der Tarifverträge bis Mitte März.

Insgesamt vier Tarifverträge

Im Detail verhandeln Ryanair und VC über vier einzelne Tarifverträge. Diese betreffen neben den Vergütungstabellen und den Arbeitsbedingungen auch die Einrichtung einer eigenen Personalvertretung für Piloten. Ein vierter Vertrag soll einen tariflichen Sozialplan für die von Personalabbau bei Standortschließungen betroffenen Mitarbeiter regeln.

Zu letzterem habe man nun Gespräche vorgezogen, teilte die VC mit. Dabei gehe es um die von Personalreduzierungen betroffenen Ryanair-Basen auf dem Hahn, in Weeze und Bremen. "Nun geht es darum, die neu vereinbarten Details in einen fertigen Sozialplan zu gießen", so VC-Sprecher Janis Schmitt. Damit könnten wirtschaftliche Nachteile des von Versetzungen betroffenen Cockpitpersonals besser abgefedert werden.

Die Gespräche um ein erstes Tarifwerk für die Cockpit-Crews des irischen Billigfliegers in Deutschland laufen schon seit einigen Monaten. Die Vereinbarungen sollen für die kommenden vier Jahre gelten und beinhalten laut Gewerkschaft eine Vielzahl von Verbesserungen für Piloten. So solle künftig deutsches und nicht mehr irisches Arbeitsrecht für alle in Deutschland angestellten Piloten gelten. Auch die Einkommenssteuer werde künftig in Deutschland gezahlt. Laut VC werde dadurch das Nettogehalt steigen.

© AirTeamImages, Simone Ciaralli Lesen Sie auch: Einigung zwischen Ryanair und deutschen Piloten

Im Sommer 2018 waren die Verhandlungen zwischen Ryanair und VC zusammen mit zwei Schlichtern wieder aufgenommen worden. Zuvor hatte die VC die deutschen Ryanair-Piloten 2018 dreimal zum Streik aufgerufen. Allein beim letzten Streik mit deutscher Beteiligung strich Ryanair einer airliners.de-Auswertung zufolge hierzulande fast 40 Prozent der Flüge.

Von: br
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