Tarifeinigung für Condor-Ableger Thomas Cook Aviation

02.03.2018 - 17:11 0 Kommentare

Der neue Condor-Ableger Thomas Cook Aviation betreibt im Sommer sechs Flugzeuge. Nun ist geklärt: Das Kabinenpersonal arbeitet zu Condor-Konditionen. Die Gewerkschaft Ufo sieht aber noch Handlungsbedarf.

Flugbegleiter der Thomas Cook Crewing Company. - © © Thomas Cook -

Flugbegleiter der Thomas Cook Crewing Company. © Thomas Cook

Der neue Tarifvertrag bei Condor bringt auch für das Kabinenpersonal bei Thomas Cook Aviation eine Gehaltsregelung: Die Flugbegleiter sollen bei der neuen Tochtergesellschaft zu denselben Konditionen entlohnt werden wie bei Condor, teilte die Gewerkschaft Ufo mit.

Die Airline erklärte gegenüber airliners.de, das Kabinenpersonal für die sechs neuen Flugzeuge werde bei Condor zu den Condor-Tarifbedingungen eingestellt und an die Thomas Cook Aviation abgestellt.

Nur eine Ausnahme von der Gleichbehandlung gibt es: Bei der Tochtergesellschaft müssen die Flugbegleiter mehr Bereitschaftsdienste leisten. Bei den dezentralen Stationen sei eine höhere Flexibilität erforderlich, begründete Ufo-Tarifexperte Uwe Hien diesen Kompromiss.

Mindestens 37 Maschinen bleiben unter Condor-Flagge

Die Gleichstellung der Mitarbeiter bei Condor und Thomas Cook Aviation sei für seine Gewerkschaft eine Bedingung für den Tarifabschluss gewesen, so Hien. "Wir wollen die Ausflaggerei der Condor einschränken." Die Airline hat sich für die Laufzeit des Vertrags bis Januar 2021 auch verpflichtet, 37 Maschinen weiter selbst zu bereedern - also so viele Flugzeuge, wie derzeit bei Condor registriert sind.

© Condor Flugdienst GmbH, Lesen Sie auch: Mehr Geld für Condor-Mitarbeiter

Die Thomas-Cook-Airline hatte Anfang des Jahres die Air Berlin Aviation, eine Tochter der insolventen Airline, gekauft. Unter dem Namen Thomas Cook Aviation soll sie mit einer Betriebslizenz im Sommer sechs Jets unter der Marke Condor betreiben. Die Ufo befürchtete daraufhin, die Fluggesellschaft wolle mit einer Ausgründung die Konditionen für das Kabinenpersonal drücken.

Weitere Tochtergesellschaften heuern Personal an

Auch nach der Einigung für Thomas Cook Aviation sieht Gewerkschafter Hien die Gefahr des Outsourcings noch nicht gebannt: Mit der Thomas Cook Crewing Company habe der Konzern im vergangenen Jahr eine Plattform geschaffen, um die Saisonalität bei den Ferienflügen abzudecken - mit befristeten Verträgen.

Und auch die neue Flugplattform Thomas Cook Airlines Balearics will Ufo im Auge behalten. "Wir haben keinen Einfluss auf die Konditionen in Palma", räumt Hien ein, "aber wir wollen schauen: Was kann und muss in Deutschland bleiben."

Von: pra
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