Swiss räumt ein: "Haben Easyjet unterschätzt"

29.08.2016 - 13:27 0 Kommentare

Swiss will am Flughafen Genf wachsen - hat jedoch die Konkurrenz durch Easyjet unterschätzt, so ein Swiss-Manager. Die Lufthansa Group überlegt derzeit, in Genf statt der Swiss die Eurowings Europe einzusetzen.

Eine Maschine der Lufthansa-Tochter Swiss am Flughafen Genf. - © © AirTeamImages.com - TT

Eine Maschine der Lufthansa-Tochter Swiss am Flughafen Genf. © AirTeamImages.com /TT

Die Swiss hat die Konkurrenz durch Easyjet am Flughafen Genf falsch aufgefasst. Das sagte Lorenzo Stoll, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung und zuständig für die Aktivitäten der Airline in der West-Schweiz, jetzt der Zeitung "Le Matin".

Die Schwierigkeit, die eigene Marke jener von Easyjet entgegenzustellen, sei unterschätzt worden, so der Manager. Der Ausbau des Swiss-Netzes in Genf sei zu rasch vorangeschritten. "Wir wollten zu viel", sagte Stoll.

Lufthansa prüft Einsatz von Eurowings Europe in Genf

Der Genfer Flughafen habe ein Potential von 25 Millionen Passagiere im Jahr 2030, so Stoll. Darum sei der Airport für die Swiss von fundamentaler Bedeutsamkeit. Den Standort zu verlassen, sei für die Swiss nicht denkbar. Der Manager räumte jedoch ein, dass eine andere Airline den Betrieb übernehmen könnte.

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass die Lufthansa Group das Engagement ihrer Tochter Swiss in Genf prüfen will. Die österreichische Billigtochter Eurowings Europe könnte den Airport bedienen, so die Überlegung.

Angebotene Kapazitäten am Airport Genf
Sitzplatzkapazitäten in Prozent
Easyjet 37
Swiss 18
British Airways 5
Air France 4
Lufthansa 3
Brussels Airlines 3
Emirates 2
KLM 2
TAP Portugal 2
restliche Airlines 24

Die Grafik zeigt die von den Airlines angebotenen Sitzplatzkapazitäten am Flughafen Genf, und zwar vom 29. August bis zum 30. Oktober 2016 (Ende des Sommerflugplans). Der Anteil der restlichen Fluggesellschaften beträgt jeweils weniger als zwei Prozent. (Quelle:ch-aviation.com)

Easyjet ist in Genf die Airline mit dem größten Marktanteil. Derzeit sind es rund 37 Prozent, dahinger folgt die Swiss mit rund 18 Prozent. Der britische Billigflieger bietet laut Flugplandaten ab Genf momentan Verbindungen zu mehr als 60 Airports an, bei der Swiss sind es etwas mehr als 30. Easyjet Switzerland - die Schweizer Tochter des Billigfliegers - hat in Genf sogar eine Basis.

Swiss hatte den Angaben der Lufthansa Group zufolge im ersten Halbjahr 2016 einen Umsatz von umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das waren fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um fast 38 Prozent auf 131 Millionen Euro zurück. Der Rückgang sei im wesentlichen auf Einmaleffekte aus dem Vorjahr zurückzuführen, hieß es.

Von: ch
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Spohrs Pläne für Air Berlin

    Es ist offiziell: Lufthansa übernimmt große Teile der Air Berlin. Kranich-Chef Spohr skizziert nun seine weiteren Pläne für Billigtochter Eurowings. Außerdem spricht er über mehr Einfluss am Flughafen Düsseldorf und die Personalie Winkelmann.

    Vom 12.10.2017
  • Flugzeuge am Köln/Bonn Airport. Easyjet will Angebot für Air-Berlin-Anteile stutzen

    Eigentlich sollen in dieser Woche die Verhandlungen von Air Berlin mit Lufthansa und Easyjet abgeschlossen werden. Doch dass es zu einem unterschriftsreifen Vertrag mit dem britischen Billigflieger kommt, scheint unwahrscheinlich.

    Vom 09.10.2017
  • Utz Claassen. Maschmeyer-Kontrahent liebäugelt mit Air Berlin

    Der Kreis der Air-Berlin-Kaufinteressenten wächst: Offenbar bereitet auch Unternehmer Utz Claassen ein Angebot vor. Doch der ehemalige Vertraute von Carsten Maschmeyer muss sich beeilen.

    Vom 04.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus