Swiss baut neue Flugschule

15.05.2017 - 10:00 0 Kommentare

Der Lufthansa-Konzern öffnet seine Pilotenausbildung mit der ATPL-Lizenz für den Fremdbedarf. Derweil steuert die Tochter Swiss einem Personalmangel entgegen, der nun zu einem neuen Investment führt.

A330 von Swiss. - © © AirTeamImages.com - Matthias Geiger -

A330 von Swiss. © AirTeamImages.com - Matthias Geiger

Swiss will für 50 Millionen Franken (rund 47 Millionen Euro) in der Nähe des Airports Zürich eine neue Flugschule bauen. Wie eine Swiss-Sprecherin airliners.de sagte, sollen die genauen Pläne in diesem Herbst vorgestellt werden und das neue Center 2020 in Betrieb gehen. Die geplante Flugschule soll Teil der European Flight Academy (EFA) sein.

European Flight Academy

Flugschulen der Lufthansa Group in Deutschland, der Schweiz und den USA sind seit Januar unter dem Dach der European Flight Academy (EFA) zusammengefasst. EFA-Absolventen erhalten die Linienflug-Lizenz ATPL und können anschließend wählen, für welche Airline sie fliegen wollen. Bisherige Absolventen schlossen mit einer MPL-Lizenz ab, die vor allem auf die Anforderungen des Lufthansa-Konzerns zugeschnitten war.

Abgedeckt werden soll mit dem neuen Ausbildungscenter vor allem der eigene Personalbedarf, so die Sprecherin. Denn die Schweizer Lufthansa-Tochter braucht mehr Piloten. Swiss baut derzeit die Flotte um. Auf der Langstrecke sollen zehn Boeings 777 eingesetzt werden - auf der Kurzstrecke die C-Series von Bombardier. Die bisherigen Piloten müssen dann erst auf die neuen Modelle umgeschult werden, wodurch kurzfristig ein hoher Personalbedarf entstehe, so die Sprecherin.

Viele Bewerber aus Deutschland

Gleichzeitig steigt bei der Pilotenausbildung der Swiss die Bewerberzahl aus dem Ausland rapide an. Etwa 800 Menschen bewerben sich pro Jahr auf die rund 70 Plätze. Davon stammen nur rund ein Drittel aus der Schweiz, vor zehn Jahren lag deren Anteil noch bei rund 75 Prozent.

© dpa, Roland Weihrauch Lesen Sie auch: Der Weg ins Cockpit ist nicht einfach

Swiss-Personalchef Christoph Ulrich sagte, dass 80 Prozent der ausländischen Bewerber heute aus Deutschland kämen. Dies liegt laut dem Swiss-Manager vor allem an dem Einstellungsstopp, den die Lufthansa vor zwei Jahren wegen des langwierigen Tarifkonflikts mit der Vereinigung Cockpit verhängte. Dieser treibe deutsche Piloten in die Schweiz.

Von: cs
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