Swiss-Chef räumt Belair kaum Chancen ein

23.04.2018 - 16:56 0 Kommentare

Die frühere Air-Berlin-Tochter Belair will im Sommer wieder starten. Doch Swiss-Chef Klühr glaubt nicht an eine Zukunft für den Schweizer Ferienflieger. Selbst Swiss wäre allein nicht überlebensfähig, meint er.

Thomas Klühr, Geschäftsführer der Fluggesellschaft Swiss. - © © dpa - Walter Bieri

Thomas Klühr, Geschäftsführer der Fluggesellschaft Swiss. © dpa /Walter Bieri

Swiss-Chef Thomas Klühr geht von einer weiteren Konsolidierung der Airline-Branche aus. "Generell gibt es noch immer zu viele Fluggesellschaften in Europa", sagte Klühr dem Schweizer "Tages-Anzeiger" in einem Interview.

In Europa dauere der Konsolidierungsprozess länger als in den USA, "weil oft nationalstaatliche Interessen mitspielen", so der Lufthansa-Manager, der Swiss seit 2016 führt.

Schlechte Aussichten für kleine Airlines

Auch in der Schweiz sieht Klühr keine Perspektive für kleine Airlines - etwa für die ehemalige Air-Berlin-Tochter Belair. "Allgemein räume ich ihnen mittel- bis langfristig keine großen Chancen ein. Um erfolgreich zu sein, braucht es hohe Investitionen in Flugzeuge, Digitalisierung und Absatzkanäle. Das können kleine Fluggesellschaften kaum stemmen."

Belair wurde im Januar von der Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft SBC übernommen. Das neue Management kündigte an, im Sommer wieder mit drei Jets im touristischen Geschäft zu starten. Als möglicher Kunde hatte sich bereits Condor angeboten. Die Thomas-Cook-Tochter ist nach wie vor in Gesprächen mit Belair, wie sie airliners.de bestätigte.

Acht Prozent Marge für Swiss

"Selbst die Swiss wäre in Europa alleine nicht überlebensfähig", betonte Klühr. Die Lufthansa-Tochter hat eine Flotte von derzeit 93 Flugzeugen. Im Lufthansa-Verbund sei die Airline aber erfolgreich: Drei Jahre hintereinander habe sie eine Marge von über acht Prozent erreicht. "Ich bin zuversichtlich, dass wir auch dieses Jahr die Acht-Prozent-Marge übertreffen werden", so Klühr.

Swiss meldete für 2017 eine Adjusted-Ebit-Marge von 11,5 Prozent und schnitt damit besser ab als Lufthansa (9,9 Prozent) und Austrian Airlines (4,0 Prozent).

Von: pra
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