Sunexpress setzt weiter auf das Türkei-Geschäft

21.02.2017 - 17:10 0 Kommentare

Trotz der politischen Lage in der Türkei setzt Sunexpress weiter auf diesen Markt. Airline-Chef Jens Bischof äußerte sich außerdem dazu, ob die Fluggesellschaft komplett in der Eurowings aufgehen könnte.

Leitwerke zweier Boeing 737-800 der Sunexpress Deutschland. - © © Sunexpress -

Leitwerke zweier Boeing 737-800 der Sunexpress Deutschland. © Sunexpress

Sunexpress setzt trotz der politischen Krise weiter auf die Türkei. "Wir erhöhen unsere Kapazität im Sommer gegenüber dem Sommer vergangenen Jahres um 25 Prozent", sagte Airline-Chef Jens Bischof jetzt laut "Handelsblatt".

Aufgrund der verringerten Kapazitäten durch die Konkurrenz habe es Ende des vergangenen Jahres Engpässe gegeben. "Und da viele Wettbewerber im kommenden Sommer weitere Kapazitäten rausnehmen, sehen wir durchaus eine Chance für uns", so der Manager. Außerdem entwickle sich der ethnische Verkehr stabil.

Airline kann kurzfristig reagieren

Sollte die Strategie nicht aufgehen, könne man "kurzfristig auf andere Strecken umshiften". "Wir sehen zum Beispiel eine große Nachfrage aus Russland und auch dem Mittleren Osten in die Türkei", so Bischof, der den Chefposten bei Sunexpress Anfang des Jahres übernommen hat.

Sunexpress ist ein Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines. Die Sunexpress Deutschland mit Sitz in Frankfurt ist auch für die Lufthansa-Billigplattform Eurowings unterwegs.

Sunexpress wird nicht in Eurowings aufgehen

Laut einem Medienbericht Ende Dezember hatte die Lufthansa überlegt, Sunexpress komplett zu übernehmen und in die Eurowings zu integrieren. Das ist laut Bischof kein Thema: "Man hat sich bewusst dafür entschieden, das gemixte Modell weiter zu fahren, auf beiden Seiten."

Derzeit setzt Sunexpress Deutschland sechs A330-Langstreckenjets und mehrere Boeing 737 für die Eurowings ein. 2018 könnten noch weitere Flugzeuge dazukommen, sagte Bischof jetzt, ohne dabei konkreter zu werden. Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt hatte kürzlich ebenfalls gesagt, dass die Zusammenarbeit wohl ausgebaut wird.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Lufthansa interessiert sich für Sunexpress-Komplettübernahme

Sunexpress wurde im Oktober 1989 als Tochtergesellschaft von Turkish Airlines und Lufthansa gegründet. Die Heimatstation befindet sich im türkischen Antalya, die Sunexpress Deutschland GmbH sitzt in Frankfurt. Letztere hatte im Jahr 2015 einen Verlust von mehr als 2,2 Millionen Euro eingefahren. 2014 war ein Gewinn von rund 3,4 Millionen Euro erzielt worden.

Das Betriebsergebnis von 2016 werde noch bekanntgegeben, hieß es auf Nachfrage. Der Umsatz der gesamten Sunexpress liegt laut Unternehmensangaben bei einer Milliarde Euro, 2015 waren es 1,1 Milliarden. Die Zahl der beförderten Passagiere sank von 8,7 Millionen aus dem Jahr 2015 auf etwa acht Millionen in 2016.

Von: ch
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