Sunexpress-Flugbegleiter wollen mehr Mitsprache

27.03.2017 - 12:01 0 Kommentare

Die Flugbegleiter bei Sunexpress Deutschland wollen einen Tarifvertrag und einen Betriebsrat. Beides soll mit Hilfe der Gewerkschaft Ufo umgesetzt werden. Die Airline lehnt das ab - und macht einen Vorschlag.

Sunexpress ist ein Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines. - © © AirTeamImages.com - Jorgen Syversen

Sunexpress ist ein Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines. © AirTeamImages.com /Jorgen Syversen

Die Flugbegleiter bei Sunexpress Deutschland wollen mehr Mitspracherechte. Mit Hilfe der Gewerkschaft Ufo will eine neu formierte Tarifkommission einen Tarifvertrag aushandeln. Anschließend soll ein Betriebsrat gegründet werden, heißt es auf der Ufo-Homepage. Das Ziel ist es, besser Arbeitsbedingungen zu erreichen.

"Wir wollen nicht länger eine Kabine sein, die zwar zum Lufthansa-Konzern gehört, aber als einzige keine Personalvertretung hat", schreibt die Sunexpress-Tarifkommission. "Aufgrund des Wachstums unseres Unternehmens gilt es, Spielregeln zu etablieren, die für alle gleichermaßen gerecht wie transparent sind."

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"Seit geraumer Zeit werden scheinbar nach Lust und Laune Personalgespräche in der Kabine durchgeführt. Bei diesen kurzfristigen und ohne Grund angesetzten Gesprächen werden Kollegen unwürdig behandelt und abgemahnt. Uns ist hier keinerlei Schutz geboten", lautet ein weiterer Kritikpunkt.

Airline lehnt Pläne ab

Laut einem "Spiegel"-Bericht lehnt die Sunexpress-Geschäftsführung die Pläne ab. "In einem Rundbrief an die Kabinencrews wirbt Firmenchef Jens Bischof dafür, die Gewerkschaft aus dem Unternehmen herauszuhalten", heißt es in dem Bericht.

Bischof habe stattdessen etwas anderes vorgeschlagen: Die Flugbegleiter sollen sich an einer Umfrage beteiligen. Dabei könnten sie individuell mitteilen, was ihnen am Arbeitsumfeld bei Sunexpress nicht gefällt.

Die Tarifkommission bezeichnete die Reaktion der Geschäftsführung als "schade". Man wolle in einen "ehrlichen und offenen Dialog treten", hieß es.

Sunexpress auch für Eurowings unterwegs

Sunexpress wurde im Oktober 1989 als Tochtergesellschaft von Turkish Airlines und Lufthansa gegründet. Die Heimatstation der türkischen Sunexpress befindet sich in Antalya, die Sunexpress Deutschland GmbH sitzt in Frankfurt. Letztere ist auch für den Lufthansa-Billigflieger Eurowings unterwegs - vor allem auf der Langstrecke, aber auch auf der Kurz- und Mittelstrecke.

Sunexpress Deutschland hatte im Jahr 2015 einen Verlust von mehr als 2,2 Millionen Euro eingefahren. 2014 war ein Gewinn von rund 3,4 Millionen Euro erzielt worden. Die Zahl der beförderten Passagiere sank von 8,7 Millionen aus dem Jahr 2015 auf etwa acht Millionen in 2016.

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Von: ch
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