Sun Express stimmt Tarifverhandlungen zu

26.11.2018 - 15:54 0 Kommentare

Vor Gericht wehrt Sun Express Betriebsratswahlen ab. Die Gewerkschaften Ufo und VC lassen nicht locker und erwirken nun Tarifverhandlungen - wohl auch wegen des Drucks einer Gesetzesänderung.

Flugbegleiterin von Sun Express. - © © Sun Express -

Flugbegleiterin von Sun Express. © Sun Express

Sun Express Deutschland will noch in diesem Jahr Gespräche mit den Gewerkschaften Ufo (Flugbegleiter) und VC (Piloten) aufnehmen. "Aufgrund der angestrebten Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes sind mit beiden Tarifpartnern im Dezember Gespräche über einen Tarifvertrag Personalvertretung geplant", so eine Sprecherin des Lufthansa- und Turkish-Airlines-Joint-Ventures.

Ufo und VC begrüßen den Schritt von Sun Express. Der Fall zeige, dass das Bemühen der Bundesregierung voll aufgegangen ist, endlich Mitbestimmung für das fliegende Personal gesetzlich zu verankern und die Neuregelung keine "Lex Ryanair" ist. "Damit würde die mitbestimmungsfreie Zeit in diesem bedeutenden Flugbetrieb enden", so VC-Tarifexperte Markus Germann. Dies gelte umso mehr im Konzerngefüge der Lufthansa. Neben Flügen unter eigenem Code operiert Sun Express Deutschland einen Großteil der Eurowings-Langstrecke.

Die Vertreter der Flugbegleiter heben hervor, dass neben der "jüngsten politischen Entwicklungen" auch Gespräche "zum Umdenken des Arbeitgebers beigetragen haben": "Die Geschäftsleitung musste nach unserer Argumentation schließlich einsehen, dass auch bei der Sun Express kein Weg mehr an einem Gremium zur betrieblichen Mitbestimmung vorbeiführen kann", heißt es von Ufo.

Grundsatzentscheidung im Dezember

Über betriebliche Mitbestimmung wird beim deutschen Teil des Joint-Ventures von Lufthansa und Turkish Airlines inzwischen auch gerichtlich gestritten. Denn laut Paragraf 117 des Betriebsverfassungsgesetzes kann fliegerisches Personal nur einen Betriebsrat wählen, wenn es bereits einen Tarifvertrag im Unternehmen gibt.

Betriebsratswahlen von Ufo und VC hatte Sun Express Deutschland gerichtlich verbieten lassen und war damit dem Beispiel der Lufthansa-Fracht-Airline Aerologic gefolgt. Mitte Dezember entscheidet das Bundesarbeitsgericht in der Sache im Grundsatz.

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Gleichzeitig strebt die Regierung aus Union und SPD eine Änderung des entsprechenden Gesetzestextes an. Vordergründig soll es unter dem Namen "Lex Ryanair" um den irischen Billigflieger gehen - denn das Management weigert sich nach wie vor, Betriebsräte einzurichten -, doch auch Lufthansa sieht sich betroffen. Kranich-Personalchefin Bettina Volkens schrieb daher schon einen Brief an Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Von: cs
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