Sun Express mietet zusätzliche Kapazitäten

09.03.2018 - 17:01 0 Kommentare

Der Türkei-Tourismus erholt sich: Ferienflieger Sun Express verzeichnet ein deutliches Buchungsplus und verstärkt die Flotte mit geleasten Jets. Erstmals spricht die Airline auch über konkrete wirtschaftliche Zahlen.

Sunexpress ist ein Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines. - © © AirTeamImages.com - Jorgen Syversen

Sunexpress ist ein Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines. © AirTeamImages.com /Jorgen Syversen

Der Ferienflieger Sun Express verzeichnet einen starken Zuwachs bei den Türkei-Buchungen für dieses Jahr. "Beim touristischen Geschäft für Antalya liegen wir gut 30 Prozent über Vorjahr", sagte Airline-Chef Jens Bischof auf der ITB in Berlin. Bischof bezieht sich dabei auf die Vorausbuchungen für feste Kontingente.

"Um das Wachstum Richtung Türkei sicherzustellen, werden wir in der Hauptsaison fünf Airbus A320 leasen", erklärte Bischof im Gespräch mit airliners.de: "Sie werden hauptsächlich an die türkischen Küsten fliegen." Die fünf Maschinen kommen von der litauischen Charterlinie Avion Express und werden im Wet- und Damp-Lease angemietet. Sie sind ab Juni auch auf Deutschland-Strecken von Sun Express unterwegs.

Fünf eigene Boeings weniger

Die geleasten Maschinen sind ein Ausgleich dafür, dass Sun Express die eigene Mittelstreckenflotte vorübergehend verkleinert: Nachdem vergangenes Jahr sechs neue Boeing 737-800 angeschafft wurden, verlassen jetzt laut Bischof einige ältere Jets die Flotte. Unterm Strich hat die Tochter von Lufthansa und Turkish Airlines damit fünf 737 weniger.

Die Sun-Express-Flotte

2018
2017
Boeing 737
(davon 19 bei Anadolujet)
61
66
Airbus A330
(für Eurowings)
7
6
gesamt
68
72

Die Angaben enthalten die Flugzeuge von Sun Express und Sun Express Germany. Quelle: Unternehmensangaben

Anders als in den Vorjahren wird der Ferienflieger 2018 daher auch keine Maschinen mehr in der Urlaubszeit verleasen. "Abgesehen von unserem langfristigen Wet-Lease für Anadolujet werden wir in der Sommersaison alle 737 für unser eigenes Geschäft fliegen", betonte Bischof.

Erst ab 2019 könnte die Flotte wieder wachsen: Dann bekommt Sun Express laut Bischof die ersten fünf von 32 bestellten Boeing 737 MAX 8.

Türkei-Nachfrage wächst deutlich

Für die Türkei rechnet der Airline-Chef auch für den Rest des Jahres mit einem "ordentlichen Nachfrageschub". Vor kurzem hatte er bereits einen Kapazitätsausbau um 20 Prozent angekündigt.

"Die Rahmenbedingungen haben sich deutlich verbessert und sind planbarer als im vergangenen Jahr", meint der Sun-Express-Chef. "Und durch die Abwertung der türkischen Lira hat das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Türkei noch an Attraktivität gewonnen."

Mit der Verstärkung durch die geleasten Maschinen habe man genügend Kapazitäten für eine anhaltend starke Nachfrage, so Bischof. "Wir sind gut gerüstet, selbst wenn immer noch ein signifikantes Last-Minute-Geschäft kommen sollte." Im vergangenen Jahr habe der Anteil der Last-Minute-Buchungen zum Teil bei 75 Prozent gelegen.

Deutlicher Gewinn für 2017

Trotz der Türkei-Flaute konnte Sun Express bereits im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben, wie Bischof erklärte. Die Tochter von Lufthansa und Turkish Airlines hat 2017 wohl einen Nettogewinn von fast 90 Millionen Euro erzielt.

Bischof beruft sich auf die Jahreszahlen der Muttergesellschaft: "Die Turkish Airlines hat ihren 50-Prozent-Anteil bei Sun Express gerade mit einem Nettogewinn von 55 Millionen Dollar taxiert." Das würde einem Betrag von rund 44 Millionen Euro entsprechen.

Einen anteiligen Gewinn in ähnlicher Höhe dürfte die Lufthansa Group für ihre 50 Prozent an Sun Express ausweisen. Sie präsentiert ihr Jahresergebnis aber erst am 15. März.

"Wir sind in unserer Ebit-Marge zweistellig", sagte Bischof. Damit würde das operative Ergebnis von Sun Express mindestens 115 Millionen Euro betragen. Denn die Airline gab für das vergangene Jahr einen Umsatz von 1,15 Milliarden Euro bekannt.

Kosten weiter gesenkt

Bischof führt das gute Ergebnis auf zwei Faktoren zurück: Zum einen habe man das Angebot trotz zeitweise schwacher Nachfrage weitgehend konstant gehalten. "Das brauchte echt starke Nerven."

Zum anderen habe die Airline ihre Effizienz weiter gesteigert. "Wir haben eine unglaublich gute Kostenstruktur - wir liegen selbst mit der Sun Express Deutschland unter den Stückkosten von Easyjet."

Teil des Sparprogramms sei auch die Konzentration auf profitable Strecken gewesen. "Wir haben uns 2017 von sieben kleineren Flughäfen in Deutschland zurückgezogen und die Kapazität auf die größeren Drehkreuze in der Nähe umgeschichtet", so Bischof. In diesem Jahr startet Sun Express von 16 Airports hierzulande, auch die Flüge ab Hahn sind nun gestrichen worden.

Von: pra
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