Suche nach verschollener Boeing jetzt auch westlich von Malaysia

11.03.2014 - 18:48 0 Kommentare

Bei der Suche nach dem seit vier Tagen verschollenen malaysischen Passagierflugzeug wurde das Suchgebiet nun verlagert. Der Grund ist eine Aufzeichnung von militärischen Radaranlagen. China setzt derweil auch Satelliten ein.

Das neue Suchgebiet in der Straße von Malakka (gelb). Flugweg und letzte Radarposition (blau), Flugweg laut Primärradarecho des Militärs (grau).

Das neue Suchgebiet in der Straße von Malakka (gelb). Flugweg und letzte Radarposition (blau), Flugweg laut Primärradarecho des Militärs (grau).
© Google Maps Engine - airliners.de

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines.

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines.
© AirTeamImages.com - nustyR

Per Hand eingemaltes Suchgebiet nach Malaysia Airlines MH-370 am 9. März 2014.

Per Hand eingemaltes Suchgebiet nach Malaysia Airlines MH-370 am 9. März 2014.
© Vietnam Coast Guard

Die Suche nach der verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines wird weiter intensiviert. Nun sucht das internationale Team auch in der Straße von Malakka. Die Meerenge zwischen der malaiischen Halbinsel und der Nordostküste von Sumatra könnte das Flugzeug nach einer möglichen Kurve - etwa für eine Notlandung in Subang - überflogen haben.

Die Ausweitung des Suchgebiets kommt, nachdem das malaiische Militär Informationen über Radaraufzeichnungen bekanntgegeben hatte. Das Unglücksflugzeug könnte demnach eine Kurve in Richtung Westen gemacht haben. Den Primärradaraufzeichnungen nach gibt es ein Echo, das sich von der letzten bekannten Position der Unglücksmaschine über Land bis hin zur Straße von Malakka bewegt. Das Signal verliert sich den Angaben nach in der Nähe der Insel Pulau Perak.

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Die Angabe deckt sich mit Augenzeugenberichten, die laut asiatischen Medien in der Unglücksnacht ein Flugzeug tief fliegend bei Pantai Cahaya Bulan auf dem malaiischen Festland gesehen haben wollen. Auch Malaysia Airlines berichtet derweil, dass auch über Land in Nord-Malaysia und Süd-Vietnam nach Überresten der Maschine gesucht werde. Das Lagezentrum in Kuala Lumpur dirigierte auch Suchflugzeuge an die Westküste Malaysias.

Insgesamt sind derzeit neun Flugzeuge und 24 Schiffe aus Malaysia, Vietnam, China, Indonesien, Thailand, den Philippinen, Australien und den USA an der Suche beteiligt. China hat nach Angaben der Volksarmee zehn Satelliten neu ausgerichtet, um die Suchaktion zu unterstützen. In Peking war der Ärger über die anhaltende Ratlosigkeit der malaysischen Behörden zuletzt gewachsen. Fast zwei Drittel der 227 Passagiere waren Chinesen.

Keine Fehlermeldungen oder Notsignale

Malaysia Airlines teilte heute in einem Statement mit, das Flugzeug sei zuletzt am 23. Februar gewartet worden. Dabei habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Der nächste größere Check sei für den 19. Juni geplant gewesen. Malaysia Airlines gab zudem erstmals Angaben zu eventuellen automatischen Statusmeldungen, die das Flugzeug an die Wartungsbasis der Airline geschickt hat. Das Flugzeug habe über das "Aircraft Communications Addressing and Reporting System" (ACARS) vor dem Abbruch der Verbindung keine Not- oder Fehlersignale übermittelt.

Damit ist die Lage heute anders als beim Absturz des Air-France-Flugs AF447 im Süd-Atlantik im Jahr 2009. Im Gegensatz zu der malaysischen Boeing hatte das Air-France-ARCARS damals auf dem Weg von Rio nach Paris bis zum Aufschlag automatisch eine Vielzahl technischer Probleme gemeldet.

Alle Hinweise auf einen möglichen Absturzort erwiesen sich bislang als falsch, mehrere auf dem Wasser treibende Objekte waren letztlich keine Wrackteile. Daraufhin war am Montag das Suchgebiet nochmals ausgeweitet worden. Auch ein rund 80 Meilen südlich von Ho-Chi-Minh-Stadt gesichtetes Trümmerfeld wurde von der Küstenwache als nicht zum Flugzeug gehöriger Müll identifiziert. Am Montag hatte die Crew eines Flugzeugs der Cathay Pacific auf dem Weg von Hong Kong nach Kuala Lumpur bei der Flugsicherung das Trümmerfeld im Meer gesichtet.

© AirTeamImages.com Lesen Sie auch: Passagiere mit falschen Pässen wahrscheinlich keine Terroristen

Jeder Passagier wird überprüft

Die Behörden sind jetzt dabei, jeden einzelnen Passagier an Bord zu überprüfen. Bei der Überprüfung gehe es etwa darum, ob jemand eine große Lebensversicherung abgeschlossen oder hohe Schulden gehabt habe. Den Angaben nach verfolgen die Ermittler vier mögliche Erklärungsstränge: Eine Entführung, Sabotage, psychologische Probleme bei Passagieren oder der Besatzung als Grundlage einer Selbstmordaktion oder aber persönliche Probleme.

Die beiden Passagiere mit gestohlenen Pässen an Bord des verschollenen Flugzeugs in Südostasien sind keine Terroristen gewesen. Ermittler identifizierten die beiden am Dienstag als Iraner - 19 und 29 Jahre alt - die lediglich mit gestohlenen Pässen nach Europa gelangen wollten. Der US-Geheimdienst CIA schließt dagegen einen Anschlag auf Flug MH370 weiter nicht aus.

Die verschollene Maschine der Malaysia Airlines war am Samstag auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking ohne vorherigen Alarm, bei gutem Wetter und mit erfahrenen Piloten im Cockpit plötzlich von den Radarschirmen verschwunden.

Von: AFP, dpa, airliners.de
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