Suche nach MH370 erfolglos - Satellitenbilder geben neue Hinweise

26.03.2014 - 14:11 0 Kommentare

Die Suche nach Wrackteilen von Malaysia-Airlines-Flug MH370 geht im Indischen Ozean mit Hochdruck weiter. Neue Satellitenbilder zeigen ein Trümmerfeld. Aber kein einziges Teil ist bislang gefunden worden.

Satellitenaufnahme möglicher Trümmerteile am 23. März 2014 im Indischen Ozean.

Satellitenaufnahme möglicher Trümmerteile am 23. März 2014 im Indischen Ozean.
© MOT/Mosti

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean südwestlich von Perth.

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean südwestlich von Perth.
© AMSA

Mögliche Flugrouten von Malaysia Airlines MH370 laut Satelliten-Auswertungen. (Gelb: 450 Knoten-Track, rot: 400 Knoten-Track, grün: letzter Satelliten-Ping kam von einem Punkt entlang dieser Linie))

Mögliche Flugrouten von Malaysia Airlines MH370 laut Satelliten-Auswertungen. (Gelb: 450 Knoten-Track, rot: 400 Knoten-Track, grün: letzter Satelliten-Ping kam von einem Punkt entlang dieser Linie))
© MOT

Diese Doppler-Frequenzverschiebungen haben die Ermittler beim Empfang der Satellitendaten von Flug MH370 herausgefunden und daraus die Flugrichtung des Flugzeuges ermittelt.

Diese Doppler-Frequenzverschiebungen haben die Ermittler beim Empfang der Satellitendaten von Flug MH370 herausgefunden und daraus die Flugrichtung des Flugzeuges ermittelt.
© MOT

Die Karten der australischen AMSA zeigen auch zwei mögliche Flugrouten über dem Indischen Ozean.

Die Karten der australischen AMSA zeigen auch zwei mögliche Flugrouten über dem Indischen Ozean.
© AMSA - Komposition: airliners.de

Neue Satellitenbilder haben die Hoffnung geweckt, bald Wrackteile der verunglückten Malaysia-Airlines-Maschine zu finden. Die Aufnahmen der Airbustochter «Airbus Defence and Space» zeigten im Indischen Ozean ein Trümmerfeld mit 122 Teilen, sagte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Mittwoch. «Wir müssen betonen, dass wir nicht wissen, ob diese Objekte zu Flug MH370 gehörten», sagte er.

Die Aufnahmen stammten vom vergangenen Sonntag und zeigten die Region, in der bereits mit Flugzeugen und Schiffen gesucht wird: etwa 2500 Kilometer südwestlich von Perth in Australien.

Die Suche in dieser Region im Indischen Ozean stützt sich auf neue Auswertungen der Satellitendaten, die das Flugzeug nach seinem Verschwinden aussendete. Anhand neuer Analyseverfahren unter Berücksichtigung des Doppler-Effekts gelang es, die Flugbahn des Flugzeugs zu rekonstruieren:

Mögliche Flugrouten von Malaysia Airlines MH370 laut Satelliten-Auswertungen. (Gelb: 450 Knoten-Track, rot: 400 Knoten-Track, grün: letzter Satelliten-Ping kam von einem Punkt entlang dieser Linie)

Mögliche Flugrouten von Malaysia Airlines MH370 laut Satelliten-Auswertungen. (Gelb: 450 Knoten-Track, rot: 400 Knoten-Track, grün: letzter Satelliten-Ping kam von einem Punkt entlang dieser Linie)Foto: © MOT

Noch keine Wrackteile gefunden

Nach einer Verbesserung der Wetterbedingungen ist nun die Suche nach dem Wrack von Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean wieder aufgenommen worden. Insgesamt zwölf Flugzeuge beteiligten sich an der Suchaktion für die Boeing der Malaysia Airlines, die am 8. März mit 239 Menschen an Bord verschwunden war, wie die Australische Behörde für Seesicherheit (AMSA) erklärte. Am Dienstag hatten starker Wind, hohe Wellen und Regen eine Unterbrechung der Operation erzwungen.

Statt sich wie ursprünglich geplant auf Radar zu verlassen, suchen vermehrt "erfahrene Beobachter" die Meeresoberfläche mit ihren Augen ab, sagte AMSA-Vertreter John Young. Nach seinen Angaben müssen für diese mühselige Aufgabe weitere Flugzeuge abgestellt werden. Wegen der weiten Entfernung zum Festland bleiben den Maschinen nur jeweils zwei Stunden Zeit zur Suche. Schlechtes Wetter, hohe Wellen und starke Strömungen erschweren zusätzlich die Aufgabe.

Die auf früheren Satellitenaufnahmen entdeckten Objekte wurden bislang nicht entdeckt. Die Suche ging am Mittwoch nach einer 24 stündigen Unterbrechung wegen schlechten Wetters weiter. Die Crews an Bord von zwölf Flugzeugen und zwei Schiffen konnten weiter keine möglichen Wrackteile ausmachen.

An der Aktion beteiligen sich inzwischen auch zwei Handelsschiffe. Das australische Bergungsschiff "HMAS Success" ist dagegen immer noch Tage von dem entlegenen Seegebiet entfernt. Zur Verstärkung schickt nun auch China sieben Marine- und Rettungsschiffe in die Region. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua soll sich zudem "so bald wie möglich" der chinesische Eisbrecher "Xuelong" ("Schneedrache") beteiligen, der im westaustralischen Fremantle vor Anker liegt.

© pd Lesen Sie auch: Doppler-Effekt beweist südlichen Flugkurs von Malaysia-Airlines-Boeing

Die genaue Absturzstelle ist wichtig für spätere Bergung

Die genaue Absturzstelle zu finden, hat weiter höchste Priorität. Dort müsste der Rumpf der Maschine auf dem Meeresboden liegen, mit den beiden Blackboxen. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschluss über die Ursache des Irrflugs. Sie war nach dem Start in Kuala Lumpur vom Kurs nach Peking abgewichen und ohne funktionierende Kommunikationssyteme bis zu acht Stunden - so lange, wie der Treibstoff reichte - Richtung Süden geflogen. Warum ist unklar.

Die Blackboxen funken ihre Position, aber ein Peilsender muss wenigstens in der Nähe sein, um das Signal aufzufangen. Nach 30 Tagen gehen die Batterien aus, das wäre am 7. April. Die Boxen selbst könnten zwei bis drei Jahre in Wasser intakt bleiben, sagte der französische Tiefseetechniker Sylvain Pascaud, der an der Suche und Bergung des 2009 im Atlantik abgestürzten Air France-Flugzeugs beteiligt war. Das Wrack wurde erst nach zwei Jahren gefunden.

© Sylvain Pascaud Lesen Sie auch: «Man braucht Wrackteile»: Tiefsee-Experte erklärt Suche nach MH370

Etwaige Wrackteile seien bei der turbulenten Strömung schon viel zu weit abgedriftet, als das noch verlässliche Angaben zu ihrer Herkunft gemacht werden könnten, sagte David Griffin, Ozeanograph des australischen Forschungsinstituts CSIRO. Der einzige Wert eines Funds heute sei eigentlich nur noch, dass man dann einen Beweis habe, dass die Maschine abgestürzt sei. «Wenn die Strömung gradlinig ist, bewegt sich das Treibgut wie auf einer Autobahn. Aber es gibt dort viele mehrspurige «Autobahnkreuze», und je nachdem, in welcher Spur das Stück ist, kann es in eine ganz andere Richtung getrieben werden. Ein kleiner Fehler in unseren Annahmen kann später zu einem kolossal falschen Ergebnis führen.»

China macht Druck

Australien kann die Suche nach den Worten von Regierungschef Tony Abbott nicht ewig fortsetzen. «Wir suchen weiter, weil wir es den Menschen schuldig sind, alles zu tun, um dieses Rätsel zu lösen», sagte Abbott am Mittwoch im Parlament. «(Die Suche) ist nicht völlig unbefristet, aber dies ist nicht etwas, was wir leicht aufgeben würden.» Der Einsatz eines einzigen Aufklärungsflugzeugs kostet nach Schätzungen mehr als 60.000 Euro am Tag.

Laut dem australischen Verkehrsminister ist es wahrscheinlich, dass sich noch weitere Länder an dem Einsatz beteiligen. Auch neue und bessere Satellitenbilder könnten helfen. «Wir versuchen, mehr und hochauflösendere Fotos zu bekommen. So wollen wir mehr Aufschluss darüber gewinnen, wo die Objekte sind, wie weit sie sich bewegt haben und welche Anstrengungen für die Suche noch unternommen werden sollten», sagte Warren Truss dem nationalen Rundfunk ABC.

China machte erneut Druck auf Malaysia, präzise Auskünfte zu den Ermittlungen zu geben. Auf einer Kabinettssitzung betonte Regierungschef Li Keqiang nach Angaben der Staatsmedien vom Mittwoch, dass keine Mühen gescheut würden, um das Flugzeug zu finden. Malaysia solle die Suchaktion weiter koordinieren und die chinesischen Experten in die Ermittlungen einbeziehen, hieß es. China hatte sich immer wieder unzufrieden über die Informationspolitik Malaysias gezeigt.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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