Suche nach Malaysia-Airlines-777 weiter erfolglos

10.03.2014 - 16:05 0 Kommentare

Auch drei Tage nach dem Verschwinden einer Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord ist die Suche nach Trümmerteilen im Golf von Thailand fortgesetzt worden. Jetzt gibt es einen erneuten Hinweis auf ein Trümmerfeld.

Per Hand eingemaltes Suchgebiet nach Malaysia Airlines MH-370 am 9. März 2014.

Per Hand eingemaltes Suchgebiet nach Malaysia Airlines MH-370 am 9. März 2014.
© Vietnam Coast Guard

MH-370-Krisenstab in der Vietnamesischen Küstenwache.

MH-370-Krisenstab in der Vietnamesischen Küstenwache.
© Vietnam Coast Guard

Per Hand eingemalte Suchgebiete nach Malaysia Airlines MH-370 am 9. März 2014.

Per Hand eingemalte Suchgebiete nach Malaysia Airlines MH-370 am 9. März 2014.
© Vietnam Coast Guard

Das nach einer Tür mit Fenster aussehende Teil im Golf von Thailand ist kein Flugzeugtrümmer.

Das nach einer Tür mit Fenster aussehende Teil im Golf von Thailand ist kein Flugzeugtrümmer.
© Vietnam Coast Guard

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines
© AirTeamImages.com - Bailey

Die Suche nach Trümmerteilen oder sonstigen Spuren des vor drei Tagen über dem Südchinesischen Meer verschwundenen Flugzeugs der Malaysia Airlines laufen auf Hochtouren. Die Suchmannschaften haben aber auch am Montag noch keine Teile der verschollenen Passagiermaschine finden können. Aktuell sind insgesamt 40 Schiffe und mehr als 30 Flugzeuge aus mehreren südostasiatischen Ländern, China und den USA beteiligt. Auf der Insel vietnamesischen Insel Phuc Quoc wurde ein Kommandozentrum eingerichtet.

Von der Position des Flugzeugs beim letzten Radarkontakt rund 140 Meilen vor der Küste Malaysias ausgehend haben die Experten unter Berechnung von Wind und Strömung ein riesiges Gebiet abgesteckt. Aufzeichnungen des militärischen Radars, die nahelegen, dass die Maschine vor dem Verschwinden womöglich umkehrte, machen die Suche noch komplizierter.

Möglicherweise Trümmerfeld entdeckt

Am Montag meldete sich ein Passagierflugzeug bei der Flugsicherung in Hongkong. Rund 80 Meilen südlich von Ho-Chi-Minh-Stadt soll sich demnach ein größeres Trümmerfeld befinden. Dieser Teil des Südchinesischen Meers liegt allerdings weit entfernt vom letzten Radarkontakt:

Die Suche nach Flugzeugtrümmern war bislang erfolglos geblieben, sagte der Direktor der malaysischen Luftverkehrsbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, am Montag in Kuala Lumpur. Das von der vietnamesischen Küstenwache fotografierte Stück, das nach einer Tür mit Flugzeugfenster aussah, stellte sich als Stück Holz heraus. Ein vermeintliches Rettungsboot, das eine Flugzeugbesatzung am Montag im Meer vor Vietnam erspäht haben wollte, entpuppte sich als Hülle einer Kabeltrommel. Ölspuren, die bereits am Wochenende entdeckt worden waren, stehen ebenfalls in keinem Zusammenhang mit der verunglückten Boeing. Analysen hätten ergeben, dass es sich um Treibstoff von Schiffen handele, teilten die Ermittler am Montag mit.

Die USA schickten unterdessen neben FBI-Agenten ein Expertenteam in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur, das dabei helfen soll, das Verschwinden der Maschine klären. Auch China will eine Arbeitsgruppe nach Malaysia schicken, um den Vorfall zu untersuchen und Angehörige der Insassen zu betreuen, die nach Malaysia gereist sind. Von den 227 Passagieren kamen allein 153 aus China.

Laut Malaysia Airlines wurde kein Notsignal abgesetzt. Auch sonst gibt es bislang wenig Anhaltspunkte. So herrschte zum Absturzzeitpunkt auch kein schlechtes Wetter. Technische Mängel an der Maschine seien auch nicht bekannt gewesen, so die Airline. Allerdings war das Flugzeug 2012 in einen Unfall am Boden verwickelt. Bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Flugzeug riss damals ein größeres Teil der rechten Flügelspitze ab. Der SChaden wurde repariert und das Flugzeug anschließend von den Behörden wieder freigegeben worden, hieß es.

Terrorermittlungen laufen

Die Behörden in Malaysia leiteten unterdessen auch Terrorermittlungen ein. Sie stützen ihren Verdacht darauf, dass ersten Ermittlungen zufolge beim Einchecken mindestens drei Insassen falsche Daten angaben. Ein Passagier war den Angaben nach mit offenbar gefälschten chinesischen Papieren an Bord. Zudem saßen zwei Reisende mit gestohlenen Pässen von einem Italiener und einem Österreicher in der Unglücksmaschine.

Die beiden Männer wurden vor dem Einsteigen von Sicherheitskameras am Flughafen von Kuala Lumpur gefilmt. Sie hatten die Tickets gemeinsam in Thailand bei China Southern Airlines gekauft, die den Flug im Codesharing mit Malaysia Airlines betrieben hatte. Beide wollten über Peking nach Amsterdam fliegen, um dort nach Frankfurt beziehungsweise Kopenhagen umzusteigen.

Nach Angaben von Interpol waren der italienische und der österreichische Pass in ihrer Datenbank als gestohlen gemeldet. Beide Pässe waren den Besitzern 2012 und 2013 in Thailand geklaut worden. Geheimdienste prüfen, ob die Männer auf Terrorlisten zu finden sind. Scharfe Kritik an unzureichenden Passkontrollen äußerte Interpolchef Ronald Noble. Nur eine Hand voll Länder passe auf, dass Personen mit gestohlenen Pässen nicht an Bord internationaler Flüge gelangten, beklagte Noble.

Sicher sei bislang dagegen, dass kein unbegleitetes Gepäck an Bord gewesen sei. Fünf Passagiere hätten den Flug nicht erreicht, doch sei ihr Gepäck wieder ausgeladen worden. Zudem gibt es bislang keine Terrorgruppe, die sich zu einem Anschlag auf das Flugzeug bekannt hat.

Die Ermittlungen gingen «in alle Richtungen», sagte Azharuddin Abdul Rahman auf Fragen nach einem möglichen terroristischen Hintergrund oder einer Flugzeugentführung. Wenn ein Flugzeug auf diese Weise verschwinde, gebe es viele Spekulationen von Experten. «Wir rätseln genauso», sagte Rahman. «Um zu bestätigen, was wirklich passiert ist, brauchen wir klare und konkrete Beweise oder Teile des Flugzeugs.»

Die Boeing 777-200 von Malaysia Airlines (Registrierung 9M-MRO) war in der Nacht zum Samstag auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking rund 40 Minuten nach dem Start in Reiseflughöhe unterwegs, als es über dem Golf von Thailand von den Radarschirmen verschwand.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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