Suche nach verunglücktem Air-Asia-Airbus läuft weiter

29.12.2014 - 11:26 0 Kommentare

Die Suche nach dem über Indonesien vermissten Air-Asia-Flugzeug ist am Montag mit Sonnenaufgang wieder aufgenommen worden. Etliche asiatische Staaten beteiligen sich an der Aktion sowohl in der Javasee als auch auf etlichen Inseln.

Ein Schiff der indonesischen SAR-Flotte.

Ein Schiff der indonesischen SAR-Flotte.
© Indonesisches Transportministerium

Airbus A320 der AirAsia

Airbus A320 der AirAsia
© AirTeamImages.com

Von dem seit Sonntag in Südostasien vermissten Indonesia-Air-Asia-Flugzeug fehlt weiter jede Spur. Suchmannschaften waren am Montag bei Tagesanbruch erneut mit zahlreichen Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen im Einsatz, um den Airbus A320 zu finden. An Bord der Maschine waren 162 Menschen. Sie war am Sonntagmorgen verschwunden, kurz nachdem die Crew eine Gewitterfront gemeldet und um Erlaubnis für eine Kursänderung gebeten hatte, um das Gebiet zu umfliegen.

Auch am zweiten Tag nach dem Unglück wurde bislang noch keine Spur von dem Flugzeug entdeckt. Ein australisches Suchflugzeug hatte zwar Treibgut im Wasser aufgespürt. Dieses stamme jedoch nicht von dem Flugzeug, sagte Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

100 Seemeilen vor der Insel Belitung wurde zudem eine Ölspur entdeckt. Experten untersuchten, ob es sich um Flug- oder um Schiffsbenzin handelt, teilte die indonesische Luftwaffe mit. Ergebnisse lagen zunächst nicht vor.

«Wir gehen davon aus, dass die Maschine auf dem Meeresboden liegt», sagte der Direktor der indonesischen Such- und Rettungsbehörde, Bambang Soelistyo. Das Suchgebiet sei weiter in nördliche Richtung ausgedehnt worden. «Wir suchen rund um die Inseln Bangka, Belitung und Singkep, die Karimata-Straße und westlich von West-Kalimantan», sagte der Direktor.

«Wir suchen auch an Land», sagte der Chef der Zivilluftfahrt-Behörde, Djoko Murjatmojo. «Wir können nicht ausschließen, dass die Maschine auf Borneo oder auf Bangka oder Belitung abgestürzt ist.» Das Suchgebiet umfasste fast 13.000 Quadratkilometer.

Flugzeuge sind mit Notfallsendern ausgestattet, die nach dem Kontakt mit Wasser mindestens 30 Tage lang automatische Ultraschall-Funksignale aussenden, auch aus Meerestiefen von mehreren tausend Metern. So tief ist die Javasee an der vermuteten Unfallstelle aber bei weitem nicht: Derzeit wird in einem Gebiet gesucht, in dem das Meer 40 bis 50 Meter tief ist.

Die Notfallsender ELT und ULB

Wenn Flugzeuge in abgelegenen Gebieten verunglücken, können Notfallsender bei der Suche helfen. Dabei wird zwischen ELT-Sendern und ULB-Sendern unterschieden.

Der Emergency Locator Transmitter (ELT) sendet Signale mit 406 MHz, die von Satelliten geortet werden können. Die Sender aktivieren sich entweder automatisch bei einem Aufprall oder bei Wasserkontakt oder können manuell aktiviert werden. ELT funktioniert aber im Wasser nur an der Oberfläche.

Deswegen sind Flugzeuge zudem mit speziellen Unterwasser-Nofallsendern ausgestattet. Underwater Locator Beacons (ULB) werden durch Kontakt mit Wasser aktiviert und funktioniert bis gut 4000 Meter Wassertiefe. Die Bake sendet dann mindestens 30 Tage lang einmal pro Sekunde einen Ultraschallimpuls auf der Frequenz 37,5 kHz. Dieses Signal kann von Schleppsonden aufgefangen werden. Um ein Wrack genau orten zu können, müssen Schiffe von mindestens drei Punkten aus Signale empfangen und auswerten.

Internationale Suchaktion

Indonesien verfügt nicht über die notwendigen Geräte, um ein Wrack im Meer zu finden und zu bergen. Darum werde die Regierung andere Länder um Unterstützung bitten, sagte Soelistyo. Es gebe bereits Angebote Großbritanniens, Frankreichs und der USA sowie aus Asien.

Australien schickte bereits ein Aufklärungsflugzeug nach Indonesien, Singapur wollte zusätzlich zu Marineschiffen zwei Flugzeuge entsenden. Zudem stellte Singapur bereits Schleppsonden. Auch Südkorea und Japan wollten sich beteiligen. In Peking erklärte zudem das chinesische Außenministerium, dass China Flugzeuge und Schiffe zu entsenden könne.

Air Asia Flug QZ8501 war am Sonntagmorgen in Surabaya in Indonesien gestartet und sollte gut knapp drei Stunden später in Singapur landen. Die Strecke von Surabaya nach Singapur führt fast ausschließlich über Meer, die Javasee. Der Funkkontakt brach nach etwa zwei Stunden ab, als die Maschine etwa auf Höhe von Belitung war.

Die Unglücksmaschine gehört der «Indonesia Air Asia», die zu 49 Prozent der Muttergesellschaft Air Asia aus Malaysia gehört. Air Asia ist eine der größten Billigfluglinien der Welt.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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