Stuttgarter Airport-Chef kritisiert Bundesregierung und Lufthansa

06.11.2015 - 14:08 0 Kommentare

Der Bund berücksichtigt beim Luftverkehr zu wenig die Interessen der Länder, findet der Stuttgarter Flughafenchef Georg Fundel. Weitere Kritik äußert der 61-Jährige auch an der Lufthansa.

Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH. - © © airliners.de - David Haße

Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH. © airliners.de /David Haße

Der Stuttgarter Flughafen-Chef Georg Fundel hat in einem Interview die Luftverkehrspolitik der Bundesregierung kritisiert. "Es ist traurig, dass der Bund über Länderinteressen hinweg entscheiden kann", sagte Fundel im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung". Das sei so nicht in Ordnung. Der Luftverkehr liege in der Zuständigkeit der Bundesländer.

Auch mit Hilfe der Politik halte die Lufthansa erfolgreich Wettbewerber aus dem Gebiet zwischen Frankfurt, München und Zürich fern, so Fundel weiter. Aber genau dort liege Stuttgart. In Bayern und Hessen dürften die ausländischen Fluggesellschaften ihre Kontingente weiter aufstocken, während Stuttgart davon nichts abbekommen würde. Als Beispiel nannte er die arabische Airline Emirates: Diese wolle seit 2006 eine Verbindung zwischen Stuttgart und Dubai, bekomme sie aber nicht.

Wenig Hoffnung in Sachen Air Berlin/Etihad

So hat der 61-Jährige auch wenig Hoffnung, was den Flug nach Abu Dhabi betrifft. Air Berlin und Etihad bieten im Codesharing die einzige Verbindung von Stuttgart aus in die Golfregion an. Sie ist jedoch nur noch bis zum 15. Januar 2016 genehmigt.

© dpa, Robert Dyhringer Lesen Sie auch: Firmen in der Region Stuttgart fordern mehr Langstreckenflüge

"Die Chance, dass es noch Verhandlungen gibt, die auch erfolgreich sind, ist sehr klein", so Fundel. "Die Bedingungen, die bisher in den bilateralen Verhandlungen eine Rolle spielten, werden die Vereinigten Arabischen Emirate nicht erfüllen können."

Stuttgarter Flughafen will zusätzliche Kapazitäten schaffen

Der Flughafen Stuttgart selbst soll jedoch wachsen. "Wir lassen gerade in einer Machbarkeitsstudie prüfen, welches der geeignete Standort für zusätzliche Abfertigungskapazitäten wäre", sagte Fundel. Die Sicherheitskontrollen seien aber ein gewaltiger Platzfresser. Die Geräte würden immer größer, ohne dass der Durchsatz steige.

Die Terminals sind laut Fundel für etwa zwölf Millionen Fluggäste ausgelegt, in diesem Jahr ist der Flughafen auf dem Weg zu einem neuen Passagierrekord. Grund für die gute Passagierentwicklung seien auch die Billig-Airlines Easyjet und Ryanair, die seit dem Frühjahr den Südwest-Airport anfliegen, so Fundel. Der 61-Jährige kündigte außerdem, seinen bis Ende April 2017 laufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Von: ch, mit Material von dpa
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