Grüne halten an geplanter Kostendeckelung fest

Stuttgart: Streit um Mehrkosten für Airport-Bahnhof

05.09.2012 - 15:09 0 Kommentare

Die im Filder-Dialog favorisierte Variante des verbesserten Bahnhofs für den Flughafen Stuttgart wird laut Bahn teurer als das bisherige Konzept. Technikvorstand Volker Kefer macht nun Druck und setzt ein Ultimatum.

Die oberirdische Gäubahn und der Tunnel der Verbindungsbahn Stuttgart in Stuttgart-Vaihingen - © © CC by SA 2.0 - Klaus Jähne

Die oberirdische Gäubahn und der Tunnel der Verbindungsbahn Stuttgart in Stuttgart-Vaihingen © CC by SA 2.0 /Klaus Jähne

In der Debatte um die Finanzierung des verbesserten Flughafenbahnhofs in Stuttgart hat die Deutsche Bahn den Vertragspartnern offenbar ein Ultimatum gestellt. Die Klärung, wer die Mehrkosten übernehme, dulde keinen Aufschub, habe Technikvorstand Volker Kefer an seine Projektpartner geschrieben, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwochausgabe). Kefer fordert dem Bericht zufolge spätestens bis zur Sitzung des Lenkungskreises am 22. Oktober Klarheit. Andernfalls werde die jetzige Planung umgesetzt.

Ausgangspunkt seines zweiseitigen Schreibens an Land, Stadt, Region und Flughafen ist der sogenannte Filder-Dialog. Das Ergebnis der Bürgerbeteiligung war der Wunsch nach einer Veränderung der Lage und des Konzepts des Flughafenbahnhofs. Doch die neue Variante ist laut Kefer teurer. Er schreibt der Zeitung zufolge von einem "hohen zweistelligen Millionenbetrag", nenne aber keine Summe. Kritiker gehen inklusive der Kosten für Planung, Grundstückserwerb und einer zweijährigen Bauverzögerung von 100 Millionen Euro aus.

Grüne halten an geplanter Kostendeckelung fest

Für die Bahn ist dem Bericht zufolge klar, dass sie einen Teil der Mehrkosten finanziert, jedoch nicht die vollständige Summe. Eine ergänzende Finanzierungsvereinbarung sei nötig.

Die Grünen im Landtag kündigten unterdessen an, nicht an der geplanten Kostenobergrenze rütteln zu wollen. "Es gilt das, was das Land im letzten Jahr beschlossen hat", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz am Mittwoch in Stuttgart. Die finanzielle Beteiligung bleibe bei einer Summe von 930 Millionen Euro. Das Schreiben der Bahn bewertete er als Farce.

"Obwohl die vertiefte, gemeinsam von allen Projektpartnern beauftragte Untersuchung noch nicht vorliege, spreche die Bahn AG von Zusatzkosten im Millionenbereich, ohne dass dies nachvollzogen werden kann", kritisierte Schwarz.

Von: dapd
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