Bahntrassen-Varianten zum Flughafen

Stuttgart: Filderdialog kann stattfinden

11.06.2012 - 16:13 0 Kommentare

Holprig kommt der Filderdialog zum Bahnprojekt Stuttgart 21 doch noch zustande. Am Samstag diskutieren Bürger und Experten über die Trasse zum Landesflughafen. Doch wie groß sind die Spielräume überhaupt?

Airbus A320 der Lufthansa auf dem Vorfeld des Flughafens Stuttgart - © © dpa - Uwe Anspach

Airbus A320 der Lufthansa auf dem Vorfeld des Flughafens Stuttgart © dpa /Uwe Anspach

Der sogenannte Filderdialog zum Bahnprojekt Stuttgart 21 ist gesichert. Nach Angaben des Landes haben jetzt doch 65 Bürger zugesagt, mit Vertretern von Kommunen, Bürgerinitiativen und Projektpartnern über Trassenvarianten rund um den Landesflughafen diskutieren zu wollen. «Damit kann der Filderdialog methodisch völlig sauber stattfinden», sagte die Staatsrätin für Bürgerbeteiligung, Gisela Erler (Grüne), am Montag in Stuttgart.

Anvisiert waren 80 Bürger aus Kommunen auf den Fildern, einer Hochebene bei Stuttgart, die von dem Bauvorhaben betroffen sind und per Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Etwa ebenso viele Lobbyisten sollen am kommenden Samstag an der Diskussion in Kleingruppen teilnehmen. Der Auftakt des Filderdialogs war mangels Interesse vom 25. Mai auf Mitte Juni verschoben worden. Damals waren 250 Bürger angeschrieben worden - und nur fünf hatten zugesagt; diesmal war Kontakt zu 4.500 aufgenommen worden.

Erler zeigte sich zuversichtlich für einen erfolgreichen Dialog. In der Region gebe es festgesteckte Konfliktlinien, seit Jahren werde sachlich nicht mehr miteinander gesprochen. Das Einbeziehen von nicht so aktiven Bürgern könne die verhärteten Fronten auflockern. Höchst umstrittenen waren in der Region der Bau der Landesmesse und Pläne des Flughafens für eine zweite Start- und Landebahn.

Erler sieht Spielräume zur Veränderung der Trassenführung: «Es ist sehr wohl möglich, dass die Bürger über mehr entscheiden, als wo der Blumenkübel steht.» Aber an einer «großen Veränderungslösung» sei der Erfolg nicht allein zu messen, wichtig sei, den «Ja-Nein- und Nicht-Zuhör-Modus» auf den Fildern zu überwinden. Sie verteidigte das Diskussionsformat in Kleingruppen statt einer Debatte im großen Kreis: «Wir alle haben in den letzten Jahren genügend Fensterreden gehört.»

Von: dpa
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