Bauprojekt S21

Stuttgart: Fernbahnanbindung wackelt

18.02.2013 - 14:50 0 Kommentare

Neue Überlegungen im Aufsichtsrat der Bahn lassen am Flughafen Stuttgart die Alarmsirenen schrillen. Ein Verzicht auf eine Fernverkehrsanbindung des Airports sei völlig indiskutabel und zudem Vertragsbruch, meint Geschäftsführer Schoefer.

Walter Schoefer, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH - © © dpa - Jan-Philipp Strobel

Walter Schoefer, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH © dpa /Jan-Philipp Strobel

Der Stuttgarter Flughafen erwartet, dass die Bahn - wie beim Projekt Stuttgart 21 vorgesehen - Fernverkehrszüge über den Airport schickt. «Der Kern des Stuttgart 21 zugrundeliegenden Konzeptes ist es, den Flughafen mit ICE- und Interregio-Zügen anzubinden», sagte Geschäftsführer Walter Schoefer der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Das sei auch im Finanzierungsvertrag festgehalten. Damit reagierte er auf Überlegungen im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn, das Stuttgart 21 abzuspecken, etwa durch Verzicht auf einen ICE-Halt am Landesflughafen.

Der vom Land und der Stadt Stuttgart getragene Airport steuert 359 Millionen Euro zum Bahnprojekt bei, von denen nach Angaben eines Sprechers bereits 120 Millionen Euro geflossen sind. Voraussetzung für die finanzielle Beteiligung des Airports sei die Anbindung an die Trasse zwischen Stuttgart und Ulm gewesen. Damit wird nach Schoefers Worten eine Verknüpfung mehrerer Verkehrsarten geschaffen: Schienen-, Flug- und Straßenverkehr.

Der Landesflughafen liegt an der Schnittstelle der Autobahn 8 zwischen Karlsruhe und München mit der Bundesstraße 27 zwischen Stuttgart und Tübingen. Der Flughafen rechnet durch den neuen Fernbahnhof mit 1,2 Millionen mehr Fluggästen pro Jahr.

Schoefer forderte die Bahn auf, die Mehrkosten für die neue Variante des Filderbahnhofs zu übernehmen. Der Konzern hatte dafür 224 Millionen Euro zusätzlich zu den bisherigen Kosten von 536 Millionen Euro veranschlagt, für die er aber nicht gerade stehen will. «Es stellt sich bei einer 80- bis 100- jährigen Nutzungszeit die Frage, wer den Vorteil von dem verbesserten Bahnhof hat?», fragte Schoefer. Dies sei die Bahn, die durch die Alternative zur bisherigen Antragstrasse «eine Menge» mehr Optionen insbesondere im Regionalverkehr habe. Experten aus dem Verkehrsministerium kommen bei der Berechnung der neuen Variante nur auf rund 150 Millionen Euro.

Von: dpa
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